Wohnhaus

Adolf-Fischer-Straße 10 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_2805
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Adolf-Fischer-Straße 10, 50670 Köln
Baujahr1888 bis 1889
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 07.03.1985
Stadtteil Altstadt/Nord

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Objekt ein wichtiges Dokument der Erstbebauung des nördlichen Gebies des ehemaligen Rayongeländes und somit der ursprünglichen Entstehtungsgeschichte der Neustadt. Die Bebauung nach dem von Hermann-Joseph Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen der alten Stadtmauer und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Adolf-Fischer-Straße, zwischen Gereonswall und Hansaring gelegen, entstanden vornehmlich Bauten für Bürger mit gehobenen Wohnansprüchen.

Baukünstlerisch ist das 4geschossige und 3achsige Wohnhaus in Grundriß und Ausschmückung ein Spiegelbild-Zwillingshaus des Nebengebäude (Haus Nr. 8). Beide Traufenhäuser sind bedeutend durch ihre anspruchsvoll gestalteten Fassaden, die in der aufwendigen Stuckgliederung und Entfaltung des Formenrepertoires der Renaissance zum einen der Höhepunkte des Historismus in der Gegend gehören. Die übergiebelte Seitenachse mit Erker und Balkon sowie die Eingangsachse mit dem reich geschmückten Portal findet seinen symmetrischen Ausgleich durch das schon erwähnte Nebenhaus. Auch die Blendbaluster im 3. OG, einzelne Voluten, Putzbänder, gekröpfte Gesimse, geradelineare Konsolgesimsverdachungen der Fenster, ihre Rahmung mit geometrischen Aufsätzen sowie das Maskenornament auf einer auch mit Rollwerk verzierten Wappenform im 3. OG sind Teile der ensembleartig gestalteten künstlerischen Verzierung. Die farbige Betonung der Fassade hebt das außerordentlich üppige Zusammenspiel der Backsteingrundschicht mit ornamentalen Stuckgliederungen noch zusätzlich hervor. Die reichen historisierenden Ausstattungsteile im Innern wiederholen und führen die Gestaltungselemente der Fassade weiter. An Arkadenbildungen erinnernde Wandpfeiler von Lisenen, kassetierte Wände mit figurativem plastischen Dekor, Marmordifferenzstufen und -rahmungen im festlich aufgefaßten Foyer, ein zum Treppenaufzug führender Stützbogen mit Rahmenfeldern und Stuckdecke sowie das aufwendige Treppenhaus, vermehren einzelne an der Außenwand angebrachte Bauornamentik der Gründerzeit. Städtebaulich wichtig ist das o. g. Objekt als ein von dem Haus Nr. 8 untrennbares, spiegelsymmetrisch angelegtes Doppelbild, das im weiteren eine Verbindung zu dem Eckhaus Hansaring 34 herstellt und das repräsentative Erscheinungsbild dieser an einer Seite zum Ring, an der anderen zu Resten des Gereonswalls führenden Straße bis heute bedeutungsvoll prägt.

Fotos

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Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0