Wohnhaus

Adolf-Fischer-Straße 8 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4179
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Adolf-Fischer-Straße 8, 50670 Köln
Baujahr1888 bis 1889
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 24.06.1987
Stadtteil Altstadt/Nord

Das Gebäude wurde 1888/89 errichtet. Baukünstlerisch bedeutend ist das mit der Hausnr. 10 spiegelgleiche, 4-geschossige Traufenhaus von 3 Achsen als Beispiel einer Backsteinbauweise mit aufwendiger Stuckgliederung aus dem reichen Formenapparat der Renaissance. Die Fassade ist an der übergiebelten rechten Außenachse plastisch ausgeformt durch einen Erker im 1. OG mit Balkonaufsatz (verändert) sowie einem Zierbalkon mit Blendbalustern im 3. OG. Darüber liegt ein an den Mauerkanten rustizierter Blendgiebel mit im Dreieck grahmter Rosettenbekrönung, Voluten und Putzbändern. Gekröpfte Gesimse, gerade Konsolgesimsverdachung der Fenster sowie ein breites Konsoltraufgesims gliedern die Fassade. Fensterbrüstungs- und Bekrönungsfelder sind mit floralen Dekorelementen und kleinen Engelsmasken ausgestattet. Die Fensterrahmung ist teilweise mit geometrischen Aufsätzen (rund, flach, rechteckig, Diamantquader) betont. die Portalzone auf der linken Außenachse ist durch pilasterartige Pfeilervorlagen, Gesimse und ein kreisförmiges, profiliertes Oberlichtfenster hervorgehoben. Im 3. OG ist eine weibliche Maske auf einer mit Rollwerk u. a. Dekor verzierten Wappenform angebracht. Insgesamt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes. Die historischen Ausstattungsteile im Innern des Hauses entsprechen der aufwendigen Fassadengestaltung: Marmordifferenzstufen, farbige Fußbodenfliesen mit Marmorrahmung, an Arkaden erinnernde lisenenartige Wandpfeiler mit Rundbögen und Stuckverzierungen, Deckenrahmung, ein zum Treppenaufgang führender Stützbogen mit Stuck, Holztreppe, Wohnungstürabschlüsse (Kassettenfüllungen mit Sichtfenster).

Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung des nördlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes und somit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Die Bebauung nach dem von J. Stübben 1881 erstellten Erweiterungsplan erfolgte in mehreren Phasen und ließ zwischen der alten Stadtmauer und den preußischen Befestigungsanlagen ein Netz von Straßen mit jeweils unterschiedlicher sozialer Bestimmung entstehen. In der Otto-Fischer-Straße, zwischen Gereonswall und Hansaring gelegen, entstanden vornehmlich Bauten für Kölner Bürger mit gehobenen Wohnansprüchen.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als unverzichtbares, symmetrisch angelegtes Pendant zum Haus Nr. 10, das in Verbindung mit dem Eckhaus Hansaring 34 das ehemalige Erscheinungsbild dieser zum Ring führenden Straße repräsentiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0