Wohnhaus
Ehrenfeldgürtel 136 · Neuehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2855 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Ehrenfeldgürtel 136, 50823 Köln |
| Baujahr | 1929 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.03.1985 |
| Stadtteil | Neuehrenfeld |
Die Häuser Ehrenfeldgürtel 132 - 136 sind bedeutend für die Geschichte der Menschen in Neuehrenfeld, da sie die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentieren. Dieser Stadtteil wurde von Ehrenfeld aus, das 1879 die Stadtrechte erhielt, gegründet; wobei es vom Norden her (Landmannstraße, Lenauplatz) und vom Süden her (Ottostraße, Eichendorffstraße) erschlossen wurde. Backsteinkirchen im neugotischen Stil, St. Anna in der Ottostraße, St. Peter am Simarplatz, bildeten Beziehungspunkte der Wohnbesiedlung. Der Norden (Takuplatz) wurde von Genossenschaften (z. B. Ehrenfelder Wohnungsgesellschaft) besiedelt. Die Gürtel sind begrünte, meist erst gegen Ende des Kaiserreichs bebaute Ringstraße um das linksrheinische Köln.
Die 1929 errichtete 4geschossige Wohnhausgruppe ist stilistisch aufgrund seiner teilweise sehr bewegten Putzfassade dem zum Expressionismus tendierenden Art-deco-Stil zuzuordnen. Besonders das in seiner Fassade noch weitgehend original erhaltene Haus Nr. 132 weist innerhalb seiner vier Achsen Fassadenrücksprung und Erker, Eingangs- und Brüstungsornamentik in Stuck (Eule über dem Eingang) und 3fach zurückspringender Dachfront mit weit überkragender Dachfläche auf. Die Häuser 134 und (mit Einschränkung) 136 zeigen noch die originale Quersprossenaufteilung der Fenster, die mit dem Querformat der Fensteröffnungen den horizontalen Duktus der Gesamtanlage unterstreicht.
Im Haus Nr. 132 (mit originaler Haustür) befindet sich der mit deutschem Marmor ausgekleidete Eingangsbereich (Marmorstufen), von der die Terrazzotreppe mit Holzgeländer in die Wohngeschosse führt. Auch bei Haus Nr. 134 findet sich hinter der kraftvollen, originalen Haustür ein gleichariger Hauseingang. Ab dort, wie in allen Häusern, die originale Terrazzotreppe mit Holzgeländer, die zu den Wohngeschossen mit originalen, kräftig ausgeprägten Wohnungsabschlüssen und Zimmertüren führt. Stuckierte Rundmedaillons an den Decken. Das Haus Nr. 134 besitzt erneuerte Fenster, die aber die originale horizontale Sprossenaufteilung aufweisen. Das Wohnhaus Nr. 136 zeigt eine vereinfachte bzw. modifizierte Form des Sprossenfensters, Haustür und Putzfassade wurden abgeändert (Umrandung der Fenster in Nr. 132 und 134). Bemerkenswert ist die original erhaltene, expressionistische Kellertür im Haus Nr. 136, die ein schönes Dokument der ehem. Geschlossenheit der Anlage bildet.
Der Baublock wird bis zum Krieg auch das Haus Nr. 138 umfaßt haben, das jetzt durch einen Neubau ersetzt wurde. Das Gesamtobjekt ist ein bedeutendes Dokument einer Spätform des ausdrucksvollen Art-deko-Stils, dessen wichtigste Bauten v. a. im Bereich der Kölner Gürtel (z. B. Ecke Sülzgürtel/ Nonnenwerthstraße) zu finden sind. Als Dokument des vom Bauhaus beeinflußten, aber durchaus eigenständigen Baustils ist die architektonisch stark differenzierte Häusergruppe unverzichtbar und zeigt die bauliche Weiterentwicklung Neuehrenfelds nach dem Ersten Weltkrieg auf.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0