Wohnhaus
Piusstraße 10 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2870 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Piusstraße 10, 50823 Köln |
| Baujahr | 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 22.03.1985 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Ehrenfeld, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Ehrenfeld entstand 1845 durch eine spekulative Initiative von Köln aus als erster linksrheinischer Vorort (unter Mitwirkung von Stadtbaumeister Weyer), da innerhalb der Mauerumwallung Kölns die Bauplätze knapp wurden. Durch industrielle Ansiedlungen gewann der Ort schnell an Bedeutung und besaß kurzzeitig, bis zur Eingliederung nach Köln Ende des 19. Jh., die Stadtrechte. Das Haus ist ein geschichtliches Dokument städtischer Erstbebauung nach der Eingemeindung Ehrenfelds. Die Piusstraße liegt im südlichen, stadtnahen Teil von Ehrenfeld.
Das um 1890 erbaute 3achsige Backsteingebäude steht mit seiner subtil ornamentierten Fassade in der Tradition preußisch-schinkelscher Backsteinarchitektur. Hier wird die Einfachheit des Materials durch die genaueste Abstimmung jedes einzelnen Formsteins innerhalb der Fassade aufgewogen, so daß das Maß jedes einzelnen Steins innerhalb der Gesamtkomposition genau festgelegt ist. Darüber hinaus hat diese Architektur - nicht ohne Einfluß historischer Baukunst (Backsteingotik) - eine eigene Formensprache entwickelt, die hier in jedem der drei Geschosse zu eigenen Strukturen führt. Die Brüstungen des 1. OG gleichen entfernt Balustraden, während an den oberen Fenstern norddeutsche Renaissancemotive aufgegriffen werden. Die Fenster wurden nach dem Original erneuert, die (erneuerte) Haustür sitzt hier bemerkenswerterweise in der Mittelachse. Im Innern ist der farbige Fliesenfußboden des Eingangs sowie Wand-/Deckenstuck denkmalwert. Die originale Holztreppe mit Holzgeländer führt in Wohnungen mit teilweise originalen Zimmertüren. Die Decken wurden abgehängt. Die Originalbebauung der Piusstraße ist einfach und ohne plastische Fassadenvorsprünge (Erker usw.), was sich schon von der Enge des Straßenraums her verbietet. Die einfachen Bürgerbauten, insbesondere die recht vollständig erhaltene Gruppe Nr. 6 bis Nr. 14 überzeugt durch die einheitliche Proportionierung des Historismus, in der jedes Objekt unverzichtbar ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0