Wohnhaus
Piusstraße 6 · Ehrenfeld
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4542 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Piusstraße 6, 50823 Köln |
| Baujahr | 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.03.1988 |
| Stadtteil | Ehrenfeld |
Das Gebäude wurde 1898 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 3-achsige, 4-geschossige Traufenhaus als Beispiel einer Backsteinbauweise mit Stuckgliederungen im Stil der Renaissance. Mit seinen 3 Achsen zeichnet sich das Gebäude als Typ des für den Kölner Raum charakteristischen Dreifensterhauses aus. Über der rustiziert gequaderten Zone des Erdeschosses (achsenbetont durch 3 Löwenkopfmasken) wird die Fassade durch Gesimse (doppeltes Gesims mit Metopen, Fensterbankgesims mit Konsolen, Traufgesims mit Klotzfries) gegliedert. Die geraden Fensteröffnungen sind profiliert gerahmt und mit Dreiecks-, Rundbogen- und geraden Verdachungen bekrönt. Der aufwendige Dekor des 1. Obergeschosses (Masken, Strahlenrosette, Girlanden) zeichnet es als sogenannte Belétage aus. Die originale Fensterteilung des 1. und 2. Obergeschosses die historische Haustür mit schmiedeeisernem Fenstergitter sowie die kleinen Gitter vor den Fenstern des 3. Obergeschosses vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes veranschaulicht.
Im Innern des Gebäudes ist an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: ein inkrustierter Terrazzofußboden mit Mosaikkante, Deckenrahmung, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer nebst Antritts- und Zwischenpfosten, z. T. Zimmertüren.
Der Hof an der Rückfront des Hauses wird von einer Backsteinmauer umschlossen.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils nach der Eingemeindung an Köln dokumentiert. Es liegt in einem Gebiet zwischen zwei großen Radialstraßen des Vororts, der Venloer und der Vogelsanger Straße, ein Gebiet, das im ausgehenden vorigen Jahrhundert mit Wohnstraßen erschlossen wurde. Der westliche Teil liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zu den großen Ehrenfelder Produktionsbetrieben und zur Eisenbahnlinie und wurde daher standortbedingt mit preiswerteren Häusern für bescheidenere Wohnansprüche bebaut. Der westliche Teil hingegen wurde für Bewohner mit teils gehobenen Wohnansprüchen konzipiert. Die im südlichen, stadtnahen Teil Ehrenfelds gelegene Piusstraße weist eine einfache Bebauung ohne plastische Fassadenvorsprünge auf, was von der Enge des Straßenraumes her geboten war.
Städtebaulich bedeutend ist das o. g. Objekt als unverzichtbarer Bestandteil eines lückenlos erhaltenen Denkmalensembles (Nr. 6 - Nr. 16), das in der einheitlichen Proportionierung des Historismus sowie der in Backstein ausgeführten Bebauung überzeugt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0