Wohnhaus
Belvederestraße 39 · Müngersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_2908 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Belvederestraße 39, 50933 Köln |
| Baujahr | 19. Jahrhundert |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.03.1985 |
| Stadtteil | Müngersdorf |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Müngersdorf, da es ein wesentliches Element des ehemaligen, zu einem westlichen Kölner Stadtteil sich ausweitenden Dorfes darstellt. Auch bei diesem bereits früh urkundlich erwähnten Ort waren die um die alte Kirche gruppierten Höfe im Mittelalter überwiegend in kirchlichem Besitz. 1839 wurde das Haus Belvederestraße als ein im klassizistischen Stil gehaltenes Bahnhofsgebäude errichtet, das in die hier etwas hügelige Landschaft eingepaßt ist. Eine Reihe moderner Villen charakterisieren den Stadtteil, v. a. aber die umfangreichen Sportanlagen südlich der Aachener Straße, die in den 20er Jahren geschaffen wurden. Die Belvederestraße ist eine alte Dorfstraße, an deren Rand sich noch ein Teil der historischen Bebauung erhalten hat.
Das 1geschossige Fachwerkhaus in der ehemaligen Dorflage von Müngersdorf ist als ein typisches Landarbeiterhaus anzusehen. Es ist eines der sehr wenigen Häuser des frühen 19. Jh., die derzeit noch in Fachwerk errichtet wurden. Im Verlauf des 19. Jh. wurden die meisten durch Ziegelbauten ersetzt. Das o. g. Gebäude ist deshalb kunsthistorisch besonders wertvoll. Das Fachwerk ist sorgfältig restauriert und überall sichtbar. Die als Sprossenfenster stilrichtig erneuerten Holzfenster sind in das Fachwerk eingepaßt wie die Haustür, die ebenfalls erneuert wurde. Das Gebäude ist nicht unterkellert. Das pfannengedeckte Satteldach bildet zur Straße seine geschlossene Fläche. Ein alter Baum und ein zur Straße liegendes reizvolles Gärtchen gehören zu dem dörflichen Ensemble. Im Innern ist die gut erhaltene Kölner Decke über dem EG bemerkenswert sowie die alten Fliesen des weitgehend im originalen Grundriß belassenen Anwesens. Die Restaurierung bzw. Erneuerung des Hauses hat den äußeren Originalzustand des Hauses bewahrt bzw. weitgehend wieder hergestellt. Die behutsame Erneuerung von Treppen, Türen und Fußböden nahm Rücksicht auf die Altsubstanz. Städtebaulich ist das als Eckhaus zur Herrigergasse gelegen Gebäude innerhalb einer weitgehend bereits städtischen Einflüssen geöffneten Ortslage eher als Enklave anzusehen, die des Schutzes des vorgelagerten Gartens einerseits sowie die Anbindung an die noch vorhandene historische Bausubstanz andererseits bedarf. Reste davon haben sich im Haus Nr. 25 und gegenüberliegend in den Häusern der Gruppe von Nr. 16 bis Nr. 24 erhalten. Das "Pesche Hüsje" ist als Dokument frühen ländlichen Bauens unverzichtbar. Der Name des Hauses "Pesche Hüsje" bezieht sich wohl auf den ehemaligen Besitzer, der von Pesch hierher gezogen war.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0