Wohnhaus
Belvederestraße 46 · Müngersdorf
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4568 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Belvederestraße 46, 50933 Köln |
| Baujahr | 1901 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 14.04.1988 |
| Stadtteil | Müngersdorf |
Das Gebäude ist 1901 inschriftlich datiert. Baugeschichtlich bedeutend ist die 2-geschossige Backsteinvilla in verwinkelter Bauweise als Beispiel einer dem englischen Landhausstil verpflichteten Bauweise. Während der Vorder- und Seitenfront gelbe Klinker vorgesetzt sind, weisen die übrigen Fassaden Mauerverbände in Feldbrandziegel auf. Fensterstürze und Gesimse der vorwiegend geraden Fensteröffnungen sind in Naturstein profiliert und mit vorhangförmigen neugotischem Dekor versehen. Die mittig gesetzte Eingangstür an der Straßenfassade ist in Naturstein gerahmt und mit flachbogigem Türsturz sowie zwei segmentbogigen Oberlichtöffnungen akzentuiert. Darüber befindet sich ein Grinkopf.
Die Fensterformen über dem Eingang wiederholen sich als Drillingsfenster im geschweiften, mit Okkulus und Akroterie versehenen Giebel, sowie an anderen Fassadenteilen. Ein ähnlicher kleinerer Giebel befindet sich am rückwärtigen Teil des Hauses. An der Nordseite wird der rückwärtige Teil der Fassade von einem schiefergedeckten Altdach mit Turmknopf bekrönt, insgesamt wirkt die Dachlandschaft mit ihren verschiedenen Formen und Aufsätzen (Krabben und Turmknöpfe) ebenso bewegt und phantasievoll gestaltet wie auch die einzelnen Fassaden durch ihre unterschiedlichen Fenster- und Tür-, bzw. Torformen. Letztere sind noch weitgehend original (bzw. historisch nachempfunden), ebenso die Fensterläden und die schmiedeeiserne Fenstervergitterung der seitlichen und hinteren Fassaden.
Rechtsseitig ist das Grundstück von einer Mauer aus Feldbrandziegel mit Lisenen und Steinabschluß (mit Anschrift: Eigentümerliche Mauer von M. Herriger) umgrenzt.
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das freistehende Wohnhaus mit rückwärtigem Anbau als Zeugnis der ab der Eingemeindung nach Köln 1888 erfolgten Erweiterung des Ortes Müngersdorf, dessen Ursprünge in einer Urkunde über die Ortschaft "Munestorp" bis in das Jahr 980 nachgewiesen wurden.
Seit dem Mittelalter war Müngersdorf eine Ortschaft mit stattlichen Hofgütern aus kirchlichem Besitz. Diese zum großen Teil erhaltenen Höfe sind Kernpunkt der geschichtlichen Entwicklung des Dorfes und bestimmen neben der Pfarrkirche entscheidend das Ortsbild. Sie liegen an der historischen Dorfstraße, die seit dem späten 19. Jahrhundert Wendelinstraße und Belvederestraße benannt wird.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit dem Haus Nr. 39 u. a. Denkmälern der nahen Umgebung, das dazu beiträgt, das historische dörfliche Erscheinungsbild der Straße zu bewahren und rekonstruierbar zu machen.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0