Wohnhaus
Wilhelmstraße 19 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3068 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Wilhelmstraße 19, 50733 Köln |
| Baujahr | um 1880 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 24.07.1985 |
| Stadtteil | Nippes |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte des Menschen in Köln, insbesondere für den Stadtteil Nippes, da es die Erstbebauung dieses Stadtteils dokumentiert. Nippes hat sich aus einer im Mittelalter zur Herrlichkeit Mauenheims gehörenden Ansammlung von Höfen entwickelt, von denen einer, am Nipp (= steil abfallende Höhe) gelegen, dem Stadtteil den Namen gab. Dieser wuchs erst aufgrund von Industrieansiedlungen (Porzellanfabrik, Werkstätte der Rheinischen Eisenbahn) in der zweiten Hälfte des 19. Jh. zu einer relativ geschlossenen Stadtlandschaft zusammen und wurde erst 1888 in die Stadt Köln eingemeindet.
Die Wilhelmstraße ist eine alte, den Kernbereich von Nippes durchquerende Wohnstraße. Innerhalb des Ensemblebereichs besitzt sie eine relativ geschlossene kleinbürgerliche Babauung. Das um 1880 erbaute Mietstockwerkgebäude stellt mit seinen drei Geschossen und drei Achsen den Typ des rheinischen Dreifensterhauses das. Die dem Charakter der Wilhelmstraße entsprechend - recht schlichte - Stuckfassade ist erhaltenswert durch die historischen Proportionen, insbesondere auch durch die preußisch-klassizistischen Übergiebelungen der Fenster des 1. OG, die den traditionellen Architekturkanon konstituieren. Im Vergleich zu den etwas späteren Nachbarbauten ist hier noch die ungebrochene Ästhetik des Historismus bewahrt. Fenster und Haustür wurden erneuert. Im Innern wurde der gesamte Ausbau einschließlich der Holztreppe (mit Eisengeländer) erneuert. Die Backsteinoberfläche der rückwärtigen Fassade wurde sorgfältig verfugt und konserviert. Das Hinterhaus ist in einen schmalen Hinterhof geschoben. Städtebaulich ist das charaktervolle Gebäude innerhalb des überwiegend historischen Bestandes der Wilhelmstraße ein unverzichtbares Element, da es innerhalb eines außerordentlich reichhaltigen Spektrums historischer Fassaden den konservativen Typus darstellt. Trotz der formalenm Vielfalt ist die Einheitlichkeit des Maßstabs in dieser Wohnstraße erhalten geblieben und schützenswert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0