Wohn- u. Geschäftshaus
Florastraße 66 · Nippes
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_7310 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Florastraße 66, 50733 Köln |
| Baujahr | 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.01.1995 |
| Stadtteil | Nippes |
Erbaut 1898 (inschr. dat. im Giebel), L-förmiger Grundriß, 3 Geschosse, Giebelgeschoß, 3 Achsen, Satteldach mit 2 Dachgaupen, Putzfassade mit Stuckgliederungen in Renaissance- und Barockformen, flach hervortretender Risalit rechts, Sockelzone verklinkert (nicht original). Hauseingang in der linken Achse gibt Zugang zu Innenhof und Treppenhaus. Geschosse abschließende Stockwerkgesimse, Dachgesims, durchlaufende Sohlbänke in den Obergeschossen. Eingangstür und alle Fenster erneuert.
Im Innern original erhalten: Treppenhaus mit Holztreppe, Antrittspfosten, Geländer und Holzhandlauf, Terrazzoboden mit Sternornament und Umrandung in rot und schwarz. Im Erdgeschoß originale Türgewände einschließlich der Türen.
Rückseite: verputzte Fassade, hochrechteckige, ungerahmte Fenster, durchgehend erneuert. Hinterhaus: 2 Geschosse, Backstein geschlämmt, segmentbogige Fenster. Eingeschossiger Anbau späteren Datums.
In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurde aus dem 1888 nach Köln eingemeindeten ehemaligen Bauerndorf Nippes ein bedeutender Industriestandort mit rasch anwachsender Arbeiterbevölkerung. Im Gebiet nordöstlich der Kempener Straße und bis zum Inneren Grüngürtel entstanden rund um die Mauenheimer und Florastraße neue Wohngebiete, deren Bauten aufgrund des gestiegenen Bedarfs an Wohnraum fast gänzlich als Miethäuser erscheinen. Im wesentlichen prägen um die Jahrhundertwende errichtete zwei- bis dreigeschossige, oft drei Fenster breite Wohnhäuser in Backstein und mit sparsamen Dekorationsformen, und bis ins frühe 20. Jahrhundert geschaffenen drei- bis viergeschossige Bauten mit teilweise reich dekorierten Fassaden in Stuckarchitektur den Stadtteil. Die Florastraße - wie ihre westliche Verlängerung, die Mauenheimer Straße - aus einem alten Flurweg hervorgegangen, ist noch weitgehend geprägt durch Gebäude dieses Zeitraums und durch die genannten Architekturformen.
Das Haus Florastr. 66 ist ein Beispiel für die gehobene Mietwohnarchitektur zu Anfang unseres Jahrhunderts in Nippes.
Es zeigt eine reiche Fassadendekoration mit Einschluß von Diamantquadern, Segmentbogenabschlüssen und rundbogigen Fensterverdachungen bzw. Verdachung mit gesprengtem, zwei Fenster zusammenfassenden Segmentgiebel und Einschluß fialartiger Bauplastik, spitzen Blendbögen und aufwendiger plastischer Baudekoration. Aufgrund der weitgehenden Erhaltung großer Teile des Originalzustandes, insbesondere des Treppenhauses und der straßenseitigen Fassade, die, an bürgerliche Architekturformen anknüpfende, antikisch gefärbte Dekorationen zeigt, ist das Gebäude für das Gesamterscheinungsbild der Florastraße und als Dokument sowohl des Sozialstatus als auch der Geschmacksgeschichte zur Zeit der Jahrhundertwende von Bedeutung. Für den Zusammenhang der Mietwohnarchitektur im Stadtteil Nippes ist es ein unverzichtbares, schützenswertes Beispiel.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0