Wohnhaus

Händelstraße 20 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3281
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Händelstraße 20, 50674 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 31.10.1985
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Haus ist ein orts- und baugeschichtliches sowie städtebauliches Zeugnis der Kölner Neustadt. Ortsgeschichtlich dokumentiert es die ursprüngliche Bebauung der zur Neustadt gehörenden Händelstraße um 1895. Industrialisierung und Zunahme der Bevölkerungsdichte bedingten die Ausdehnung von Köln über die mittelalterlichen Befestigungsanlagen. Die nach Plänen des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben 1881 begonnene Erweiterung gilt als bedeutendste Stadtgründung ihrer Zeit im Rheinland. Die historischen Bauten der Händelstraße vergegenwärtigen exemplarisch diesen für Köln überaus wichtigen Entwicklungsabschnitt.

Der Bau weist sich als 4geschossiges, 3achsiges Wohnhaus aus, dem sich hofwärts ein Seitenhaus anschließt. Baugeschichtlich vertritt es den Typ des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß. Als konstruktiver Teil des Baukörpers verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau (verändert) des Hauses. Aufschlußreich ist die am Formgut der Renaissance orientierte Gestaltung der Straßenfassade, einer Putzfassade mit Stuckgliederung. Strenge Fensteraxialität, Vertikalgliederung durch Gesimse, mit flachem Risalit und Fensterpaaren bzw. Drillingsfenster (3. OG) betonte Symmetrieordnung sind Kennzeichen des Fassadenaufbaus. Rustizierung und Fugenschnitt strukturieren die Putzfläche. Profilrahmung, Segment- bzw. Rundbogenverdachung, mit Ringmuster, Blütenmotiv und Fruchtgehängen verzierte Brüstungsfelder bilden den Dekor um die Fenster. Ein vorkragendes, profiliertes Konsolgesims gibt der Hauswand festen und zugleich dekorativen Abschluß.

Z. T. erhaltene Fensterrahmen, im Innern Deckenstuck in der Durchfahrt, Terrazzotreppe mit Eisengeländer belegen u. a. die historische Hausausstattung.

Städtebaulich ist das Haus ein wesentlicher Bestandteil einer weitgehend erhaltenen Reihe historischer Häuser (Nr. 6 bis 10, 16, 20 bis 28). Diese Reihe bildet mit den gegenüberstehenden Altbauten Nr. 35, 39 und 41 ein Ensemble, das das Erscheinungsbild des zwischen Jülicher und Richard-Wagner-Straße gelegenen Teils der Händelstraße maßgeblich bestimmt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0