Wohnhaus

Händelstraße 39 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6550
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Händelstraße 39, 50674 Köln
Baujahrum 1895
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 23.06.1992
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1895, 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß mit 3 originalen Gauben (durch Verschalung verändert), flache Wandvorlage in der rechten Achse, Tordurchfahrt, Putzfassade mit Stuckgliederungen überwiegend im Stil der Renaissance, Fenster verändert, Holztür in der Durchfahrt original. Rückseite und seitlicher Anbau weitgehend backsteinsichtig, Fenster und Türen teilweise original (Tor der Durchfahrt zum Teil mit orig. Farbverglasung); Durchfahrt mit orig. einfarbigen Keramikfliesenboden, Putzquaderung in der Sockelzone, Wand- und Deckenstuck, Stuck am Stützbogen und originaler Haustür. Im Innern original erhalten: im Flur farbiger Fliesenboden, Holztreppe mit gedrechseltem Holzgeländer und Antrittspfosten, weitgehend Wohnungseingangstüren, Reste von Deckenstuck; in den Wohnungen einige Zimmertüren, teilweise Deckenstuck.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Den alten Wallstraßen folgend, legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringstraße zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sogenannte "Westend" ein gutbürgerliches Wohn- viertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. Die im wesentlichen um 1895 errichtete Erstbebauung der Händelstraße hat sich zum großen Teil erhalten, so auch das in dieser Zeit entstandene Haus Nr. 39. Es hebt sich durch seine aufwendig gestaltete Putzfassade mit Stuckgliederungen vorwiegend im Stil der Renaissance besonders hervor. Dabei ist das Gebäude in seiner rechten Achse, wo sich auch der Hauszugang befindet, stärker betont worden. Eine flache Wandvorlage sowie das Doppelfenster im 2. Obergeschoß mit der Fensterverdachung und der Balustrade im Brüstungsfeld setzen hier maßgebliche Akzente. Das o. g. Gebäude, das noch heute Aufschluß über die gehobenen Ansprüche seiner einstigen Bewohner gibt, ist somit unbedingt erhaltenswert. Es bewahrt die ursprüngliche Maßstäblichkeit der Bebauung sowie das historische Erscheinungsbild an der Händelstraße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0