Wohnhaus

Maternusstraße 32 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3363
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Maternusstraße 32, 50678 Köln
Baujahr1901 bis 1903
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 06.12.1985
Stadtteil Neustadt/Süd

Das Haus ist ein Zeugnis der Orts-, Siedlungs- und Baugeschichte von Köln. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der zur südlichen Kölner Neustadt gehörenden Maternusstraße um 1901 bis 1903. Die nach Plänen von Hermann Joseph Stübben 1881 begonnene und im wesentlichen bis 1914 durchgeführte Stadterweiterung gilt als die bedeutendste Stadtgründung des 19. Jh. im Rheinland.

Es weist sich als 3achsiges, 4geschossiges, mit Giebelgeschoß versehenes Wohnhaus aus, dem hofwärts ein kurzes Seitenhaus angefügt ist. Vom Typ gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses mit L-förmigem Grundriß. Seine Fassaden verdeutlichen als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Von Bedeutung ist seine baukünstlerische Gestaltung, die sich besonders in der Straßenfassade, einer Putzfassade mit Stuckgliederung, äußert. Sie besitzt strengen axialen Aufbau, wobei die linke Achse als Doppelachse gehalten ist. Durch diese Gestaltungsdetails bekommt die Fassade eine unsymmetrische Ordnung, die jedoch nicht stark hervortritt. Ein über die OGs reichender Erker mit Balkonabschluß und Giebelbekrönung setzt einen kräftigen plastischen Akzent. Der in den Formen des Jugendstils ausgeprägte Dekor zeigt sich auf Brüstungs- und Sturzfelder sowie Rahmung der Fenster, in Friesen und im Giebelfeld; zusätzlich sind die Mauerpfeiler zwischen 2. und 3. OG mit gehängeförmigem Linienornament geschmückt.

Im Hausinnern sind von der originalen Einrichtung vorhanden: Reste des Wand- und Deckenstuckes, Marmorausstattung (Sokkel, Differenzstufen, Fußboden) im Eingangsbereich; Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und mosaikverzierten Podesten; z. T. Wohnungstüren; z. T. Deckenstuck, Zimmertüren, Dielenvertäfelung, gekachelte Küchen und Toiletten in den Wohnungen.

Mit den zeitgleichen Gebäuden Nr. 20, 22 und 24 korrespondiert das Haus in Architektur- und Dekorformen und vervollständigt somit das von diesem Bauensemble nachdrücklich geprägte Erscheinungsbild der Maternusstraße.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0