Wohnhaus
Maternusstraße 20 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6017 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Maternusstraße 20, 50678 Köln |
| Baujahr | 1905 |
| Architekt / Planung | Friedrich August Küster |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 02.05.1991 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
1905 erbaut; Architekt Friedrich August Küster. 4 Geschosse, 3 Achsen, ausgebautes Dachgeschoß (verändert). Backsteinfassade mit Werksteingliederungen (im Stil des Historismus und mit Jugendstileinflüssen); zweigeschossiger Mittelerker mit aufgesetztem Balkon. Haustür original; Fenster weitgehend original, Kellertür verändert. Rückseite: gelbe Klinkerfassade; Fenster teilweise original; Balkone. Im Innern original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden mit Mosaikkante und roter Rahmung, gegliedert durch Terrazzostufen mit beidseitig Holzhandläufen an der Wand; glasierte Wandfliesen bis einschließlich Stützbogen, Decke mit Kreuzgewölbe; runder Stützbogen als Vestibülabschluß; im Flur rotgerahmter Terrazzoboden, Terrazzostufen hinab zur Hoftür; Terrazzotreppe, schmiedeeisernes Geländer mit Holzhandlauf; Zwischenpodeste in rotgerahmtem Terrazzo, vor den Wohnungseingängen Deckenstuck (Profile); Wohnungseingangstüren, zahlreiche Zimmertüren, Reste von Deckenstuck, Dielenfußböden, teilweise die Wandfliesen in den Küchen. Keller (ehemals teilweise als Weinlager benutzt).
Die von Josef Stübben geplante und ab 1881 von ihm ausgeführte Stadterweiterung von Köln gehört zu den bedeutendsten und umfassendsten städtebaulichen Leistungen des späten 19. Jahrhunderts in Deutschland. Die halbkreisförmig um die Altstadt gelegte Neustadt wurde in verschiedene Wohnviertel eingeteilt. Im Süden entstand zwischen Bonner Straße und Rhein ab 1900 das spätere sog. "Universitätsviertel", in dem sich eine Erstbewohnerschaft mit gehobenen Ansprüchen ansiedelte. Die Maternusstraße, an der sich das o. g. Objekt befindet, reicht von der Alteburger- zur Trajanstraße und wurde vorwiegend im ersten Jahrzehnt des 20. Jahrhunderts bebaut. Das Gebäude gehört zu den wenigen noch vorhandenen Dokumenten der Erstbebauung. Es bildet ein Ensemble mit den Häusern Nr. 22 und 24, von denen es sich wiederum durch seine aufwendige, mit Werksteingliederungen versehene Backsteinfassade abhebt. Hier offenbart sich der hohe Sozialstatus der damaligen Bewohner und das Repräsentationsbedürfnis des Bauherrn, der den wertvolleren Werkstein dem Stuck vorzog. Auch im Innern des Hauses sind die gehobenen Ansprüche noch deutlich faßbar. Es wird somit zu einem unverzichtbaren Dokument der Kölner Neustadtarchitektur des frühen 20. Jahrhunderts.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0