Wohnhaus

Maternusstraße 22 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4319
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Maternusstraße 22, 50678 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.10.1987
Stadtteil Neustadt/Süd

Das um 1905 errichtete Mietsstockwerksgebäude besitzt eine axial geordnete Stuckfassade von 4 Achsen. Die Fünfgeschossigkeit des Gebäudes wird durch das Zusammenfassen von je zwei Geschossen unterteilt und gegliedert. Über den beiden unteren Etagen, die durch eine horizontale Rustizierung zusammengefaßt werden, bauen sich zwei Obergeschosse mit sparsamer Stuckierung und einem zweiachsigen Mittelerker auf. Das letzte Obergeschoß wird durch ein schmiedeeisernes Balkongitter und tiefgreifendem Konsolenschmuck betont. Die Fenster sind nur noch teilweise im 1. und 2. OG original, die Haustür wurde erneuert. Im Innern zeigt der Hausbau noch deutlich die Stilelemente des späten, refomierten Jugendstils, der sich durch eine fast geometrische Schlichtheit ausdrückt. Typisch sind die Wandfliesen des Eingangs (mit Terrazzoboden), das schöne Eisengitter an der Terrazzotreppe und die überwiegend erhaltenen Wohnungs- und Zimmertüren ab 2. OG. Das sehr stark in die Tiefe reichende Gebäude besitzt ein umfangreiches Hinterhaus mit einer durch gelbe Bänder geschmückten Backsteinfassade. Diese Wohnungen besitzen keine Stuckdecken.

Das Haus Maternusstr. 22 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist absichtlich im Wohnwert und städtebaulichen Standart stark differenziert und wird durch die sog. "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen; auch die Lage am Volksgarten einerseits und am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung.

Die durchweg privaten Mietshäuser wurden durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der Eingliederung in Preußen einsetzte. Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen ortsgeschichtliche, städtebauliche und kunsthistorische Gründe.

Städtebaulich ist das Objekt als Dokument der Erstbebauung in der Neustadt erhaltenswert. Die Maternusstraße ist in der Südstadt eine Wohnstraße für einfachere bürgerliche Ansprüche, deren Bebauung bis zum 1. Weltkrieg dauerte und stilistisch vom Historismus bis zum späten Jugendstil reicht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0