Wohn- u. Geschäftshaus m. rückw. Gebäude
Neusser Straße 27 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3385 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus m. rückw. Gebäude |
| Adresse | Neusser Straße 27, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.01.1985 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut um 1905, Doppelhaus und Mittelteil einer Wohn- und Geschäftshausgruppe (Neusser Straße 25 - 33, "Erfthaus"); 4 Geschosse, 5 Achsen, ausgebautes DG mit Gauben und breitem Giebel in den Mittelachsen, zwei 3geschossige Erker in der 2. und 4. Achse, Tordurchfahrt, Putzfassade mit Werkstein- und Stuckgliederungen im Jugenstil sowie mit farbigen Keramikflieseneinlagen, EG weitgehend verändert, Fenster weitgehend original, Eingangstüren sowie Tor zur Durchfahrt weitgehend verändert. Rückseite und die rechts und links anschließenden Seitenhäuser backsteinsichtig, Fenster und Türen weitgehend original. Im Innern des linken Gebäudeteils (Nr. 27) original erhalten: im Vestibül farbige Wandfliesen in der Sockelzone (den Stützbogen einbeziehend), Wand- und Deckenstuck (Wand auch mit Flieseneinlagen), Stuck am Stützbogen; im Flur Terrazzoboden, Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, weitgehend Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe, weitgehend Wohnungseingangstüren (mit Oberlichten), Treppenhausfenster hier teilweise mit farbiger Bleiverglasung; in den Wohnungen des Vorderhauses Stuckdecken und Zimmertüren. Im Innern des rechten Gebäudeteils (Nr. 29) original erhalten: im Vestibül Terrazzoboden mit Mosaikeinlagen, Wand- und Deckenstuck, Stuck am Stützbogen; im Flur Terrazzoboden, Terrazzotreppe mit schmiedeeisernem Geländer und Holzhandlauf, weitgehend Holzprofilleiste auf halber Wandhöhe, teilweise Wohnungseingangstüren (mit Oberlichten); in den Wohnungen Deckenstuck (unter den abgehängten Decken).
Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtig an den seitlichen Anbau von Nr. 29 anschließende 3geschossige Gebäudekomplex mit ausgebautem DG (teilweise verändert), bestehend aus einem Mittelbau mit breitem Treppenhausrisalit, neuerem Aufzugturm und Tordurchfahrt sowie aus 2 Seitenflügeln, die an ihrer Vorder- und Rückseite U-förmig einen Hof umschließen; rechter Seitenflügel im Bereich des vorderen Hofs nach Kriegszerstörung weitgehend verändert wiederaufgebaut; Backsteinfassaden mit Gliederungen, Fenster weitgehend original (Metallsprossen), eingangs- und Zufahrtssituationen mit den Türen und Toren teilweise verändert. Im Innern original erhalten: im Treppenhaus weitgehend Betontreppe mit Eisengeländer, weitgehend Türen (Metall); in den Räumen die Stahlbetonstützen auf rundem Grundriß, Kellergeschoß (bis unter die Hofflächen reichend).
Die von Hermann Joseph Stübben geplante Klöner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jh. Den alten Wallstraßen folgend legt sie sich, mit der Ringstraße als Kernstück, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 wurde die Neusser Straße - vor der Stadterweiterung alte Ausfallstraße nach Norden - als Alleestraße angelegt. Sie begrenzt das sog. "Gerichtsviertel" zwischen Neusser und Riehler Straße, ein mittleren und gehobenen Ansprüchen genügendes gutbürgerliches Wohnviertel und wurde im wesentlichen erst zu Beginn dieses Jh. bebaut. Das um 1905 errichtete o. g. Objekt bildet als Doppelhaus den Mittelteil des "Erfthauses", einer Wohn- und Geschäftshausgruppe, zu der straßenseitg noch zwei weitere Gebäude sowie rückwärtig ein Gewerbebau zuzuordnen sind. Die Fassadengestaltung im Jugendstil läßt die Gebäudegruppe an der Neusser Straße als architektonische Einheit erkennbar werden. Besonders viel Sorgfalt wurde auf die abwechslungsreich gegliederte Fassade des o. g. Objekts verwandt. Zentralmotiv ist hier ein üppiges Dekor tragendes Bogenputzfeld, das vom 1. OG bis in den mit Werkstein verblendeten, beide Teile des Doppelhauses zusammenfassenden Giebel reicht. Einen weiteren vertikalen Akzent setzen die beiden Erker seitlich des Bogenputzfeldes. Rückwärtig schließt sich an das o. g. Objekt ein zur gleichen Zeit errichteter industrieller Gebäudekomplex in Backstein an, der im Innern ganz auf Stahlbetonstützen ruht. Das o. g. Objekt wird somit nicht nur als integraler Bestandteil einer in Köln einzigartigen Wohnhausgruppe des Jugendstils, sondern auch als Zeugnis der Industriearchitektur des frühen 20. Jh. zum unverzichtbaren Dokument.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0