Wohnhaus
Weißenburgstraße 42 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3386 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Weißenburgstraße 42, 50670 Köln |
| Baujahr | 1901 bis 1912 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.01.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Das Gebäude ist ein Zeugnis der Orts-, Siedlungs- und Baugeschichte von Köln. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der Weißenburgstraße um 1906/07, eines im sog. "Gerichtsviertel" liegenden Straßenzugs der Kölner Neustadt. Dieses sich um den Reichensperger Platz mit dem Oberlandesgericht gruppierende Viertel war eine bürgerliche Wohngegend, die sich durch ein gehobeneres Erscheinugnsbild auszeichnete, das sich auch im Haus Weißenburgstraße 42 in Bauweise und Ausstattungsstil widerspiegelte. Der von Wilhelm Krakau errichtete Bau weist sich als 3achsiges, 4geschossiges, mit Souterrain und Giebelgeschoß versehenes Wohnhaus aus, dem hofwärts ein Seitenhaus angefügt ist. Vom Typ gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses mit L-förmigem Grundriß. Die Hausfronten verdeutlichen als konstruktiver Teil des Bauwerks dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Von Bedeutung ist seine baukünstlerische Gestaltung, die sind besonderes in der Straßenfassade mit detailreicher Stuckgleiederung äußert. Sie besitzt einen 3geteilten, axialen Aufbau und symmetrische Ordnung. Durch Putzquaderung, gedrungene Form der Wandöffnungen mit breiter, profilierter Rahmung sowie Gesimsabschluß wird das EG optisch als lasttragender Sockel ausgebildet. Die OGs werden durch pilasterähnliche Wandvorlagen auf den Außenachsen im Sinne einer Kolossalordnung zusammengefaßt; die Symmetrieachse betont einen Erker mit Balkonabschluß. Das Mansarddach kennzeichnet Giebel (verändert) und Gaupen. Dem strengen axialen Fassadenaufbau wird durch die geschweifte Form der Erkerfenster und deren Gesimse entgegengewirkt. Stuckzierat schmückt v. a. das Haustürgewände, Fensterbrüstungsfelder, Konsolen- und Balkonbrüstung des Erkers, Wandvorlagen sowie Giebelfeld. Architektur- udn Schmuckformen sind in den Formen des Jugendstils gehalten. Fenster und Haustür - original vorhanden - vervollständigen die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung. Im Hausinnern sind von der originalen Einrichtung vorhanden: Marmorausstattung, Wand- und Deckenstuck im Eingangsbereich, Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer, Deckenstuck im Treppenaufgang, Wohnungs- und Zimmertüren, Parkettböden, Küchenfliesen, Deckenstuck in den Wohnungen.
Städtebaulich ist das Haus ein wichtiger Bestandteil einer fast aus historischen Gebäuden bestehenden Straßenreihe zwischen Hülchrather und Lupusstraße. Diese ergibt mit der gegenüberliegenden zeitgleichen Hausreihe, die ebenfalls weitgehend intakt ist, ein historisches Straßenensemble von hervorragender Qualität.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0