Wohn- u. Geschäftshaus

Lupusstraße 36 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7318
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Lupusstraße 36, 50670 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 10.01.1995
Stadtteil Neustadt/Nord

Erbaut: um 1905; 4 Geschosse, Souterrain und ausgebautes Giebelgeschoß, 3 Achsen, Mittelachse durch Erker auf rechteckigem Grundriß mit Balkon und bekrönenden Ziergiebel besonders betont; Putzfassade mit Stuckgliederungen in Anklängen an den Jugendstil; Fenster überwiegend original, Haustür und Oberlicht erneuert, Souterrain-Fenstergitter original. Im Innern original: Marmor-Bodenbelag (auch Treppe), Wandstuck mit Marmorinkrustationen, Deckenstuck.

Die von Hermann Joseph Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Als Vorbilder für die halbkreisförmige Anlage um den Altstadtkern (Deutscher Ring bis Ubierring) dienten Stübben die Städte Wien (Ringstraße als repräsentativer Boulevard) und Paris (sternförmig auf einen Platz zulaufende Straßen). Die Gesamtkonzeption vereinigt verschiedenartige Wohnviertel, deren Bebauung entsprechend ihrer Bewohnerschaft und Infrastruktureinrichtungen (z. B. das Oberlandesgericht im "Gerichtsviertel") aufwendiger oder schlichter gestaltet ist. Im Zuge der ab 1881 begonnenen Stadterweiterung wurde u. a. auch die Lupusstraße angelegt. Sie verläuft mit anderen Straßen, z. B. der Weißenburg-, Blumenthal- und Ewaldistraße, sternförmig auf den Neusser Platz mit der Agneskirche als Blickfang zu.

Das Wohn- und Geschäftshaus Lupusstr. 36 gehört im nordwestlichen Kreuzungsbereich mit der Weißenburg- und Neusser Straße zu einer Bautengruppe, die den Zweiten Weltkrieg verhältnismäßig unbeschadet überdauert haben und die das ursprüngliche Erscheinungsbild der städtebaulichen Situation bewahren. Im Zusammenhang mit der Straßenführung dokumentiert das o. g. Objekt die überregional bedeutende Stübbensche Stadterweiterung Anfang des 20. Jahrhunderts. Das Wohn- und Geschäftshaus ist ein Bestandteil des planerischen Gesamtkonzepts der Kölner Neustadt und innerhalb des Ensembles Neustadt-Nord ein unverzichtbares Element. Das stadtbildprägende Objekt kennzeichnet eine ausgewogene Fassadengestaltung: die Fensterachsen und der zentrierte Erker mit bekrönendem Ziergiebel betonen die Vertikale, die Stockwerk-, Sohlbank- und Dachgesimse sowie die Sohlbänke des 3. OG die Horizontale. Die formenreiche Fassade ist außerdem mit zahlreichen historisierenden Schmuckmotiven dekoriert. Dem repräsentativen Äußeren entspricht die aufwendige Innenausstattung des Eingangsbereichs. Somit vermittelt das Gebäude in seiner Gesamtheit den bürgerlichen Herrschaftsanspruch um die Jahrhundertwende. Es ist aus den genannten Gründen unbedingt erhaltenswert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0