Wohnhaus

Weißenburgstraße 40 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3467
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Weißenburgstraße 40, 50670 Köln
Baujahr1901 bis 1912
Architekt / PlanungWilhelm Krakau
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.02.1986
Stadtteil Neustadt/Nord

Das Gebäude ist ein Zeugnis der Orts-, Siedlungs- und Baugeschichte von Köln. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der Weißenburgstraße um 1906/07, eines im sog. "Gerichtsviertel" liegenden Straßenzugs der Kölner Neustadt. Dieses sich um den Reichensperger Platz mit dem Oberlandesgericht gruppierende Viertel war eine bürgerliche Wohngegend, die sich durch ein gehobenes Erscheinungsbild auszeichnete, das sich auch in dem Haus Weißenburgstraße 40 in Bauweise und Ausstattungsstil verkörpert.

Der von Wilhelm Krakau errichtete Bau weist sich als 3achsiges, 4geschossiges, mit Souterrain- und Giebelgeschoß versehenes Wohnhaus aus, dem hofwärts ein Seitenhaus angefügt ist. Vom Typ gehört es in die Reihe des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses mit L-förmigem Grundriß. Die Hausfronten verdeutlichen als konstruktiver Kern des Bauwerks dessen Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau. Von Bedeutung ist seine baukünstlerische Gestaltung, die sich besonders in der Straßenfassade, einer Putzfassade mit detailreicher Stuckgliederung, äußert. Sie besitzt 2geteilten Aufbau und symmetrische Ordnung. Souterrain und EG sind durch gemeinsame Rahmung der Wandöffnungen, Wandpfeiler und Putzquaderung als lasttragender Sockel ausgebildet, während die OGs auf den Außenachsen durch pilasterähnliche Wandvorlagen, die mit Vasen bekrönt sind, im Sinne einer Kolossalordnung zusammengefaßt sind und die Symmetrieachse von einem Erker mit Balkonabschluß betont wird. Der strenge axiale Fassadenaufbau wird optisch ausgeglichen durch die Verschiedenheit der Wandöffnungen. Die Fassade schmückt üppiger Dekor, der sich v. a. auf die Haustürrahmung, Fensterbrüstungs- und Giebelfelder sowie Wandvorlagen konzentriert. Architektur- und Schmuckformen sind in den Formen des Jugenstils gehalten. Originale Fenster bzw. solche in originaler Teilung, Haus- und Souterraintür, Abschlußgitter am mittleren Souterrainfenster vervollständigen die ästhetische Einheit der Fassadengestaltung.

Im Hausinnern sind von der originalen Einrichtung u. a. vorhanden. Marmor- und Stuckausstattung, Differenzstufen mit schmiedeeisernem Geländer im Eingangsbereich; Haupttreppe mit Eisengeländer; Spiegel mit Stuckrahmung auf den Treppenpodesten; Wohnungs- und teilweise Zimmertüren; Stuckdecken in den Wohnungen.

Städtebaulich ist das Haus ein wichtiger Bestandteil einer fast aus historischen Häusern bestehenden Straßenreihe zwischen Hülchrather und Lupusstraße. Diese ergibt mit der gegenüberstehenden zeitgleichen Hausreihe, die ebenfalls weitgehend intakt ist, ein historisches Straßenensemlbe von hervorragender Qualität.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0