Wohnhaus

Lupusstraße 38 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3044
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lupusstraße 38, 50670 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 16.07.1985
Stadtteil Neustadt/Nord

Ortsgeschichtlich ist das Haus ein Zeugnis der Erstbebauung der vom Eigelsteintor und Ringen nördlich liegenden Wohngebiete, wobei die Eckhäuser der Lupusstraße in direktem Sichtkontakt mit der Agneskirche und den umgebenden neuen Neusser-Platz-Zentrum stehen. Im Zeitraum von 1900 bis 1914 stieg die Einwohnerzahl der Neustadt von 80 000 auf 124 000 an (in ganz Köln von 367 000 auf 635 000 Einwohner). Für diese entstandenen Bedürfnisse wurden allein in dieser Zeit in der Neustadt 119 000 neue Wonungen errichtet, häufig mit drei bis fünf Zimmern, in 4- und mehrstöckigen Mietshäusern für gehobene Ansprüche. Die Lupusstraße eine der wichtigen Querverbindungen des neu entstandenen Wohnviertels der nördlichen Neustadt ist ein aussagekräftiger Beweis für alle bisherigen Maßstäbe sprengenden städtebaulichen Aktivitäten. Baugeschichtlich ist das 3achsige, 4geschossige Traufenhaus mit einem monumentalen Giebelaufbau bedeutend wegen seiner intensiven baukünstlerischen Suche nach entsprechenden Lösungen, die ins moderne Bauen führen und die für die neu aufkommende Zeit so wegweisend sein könnten. Der eigentliche Rohbau entspricht dabei dem noch aus dem Klasizismus stammenden Kölner Wohntypushaus. Die stark symmetrische Anlage ist durch den risalitarigen Vorsprung der drei Hauptgeschosse gegeben. Die zusammengezogenen Fenster bilden eine harmonische waagerechte Wölbung, die von anderen Elementen der Fassade aufgenommen und multiplizerit wird. Die Kombination von Werkstein-, Putz- und Stuckfassade ermöglicht eine überraschende ornamentale Vielfalt von Bauelementen, ohne dabei den neobarocken Stilklang der ganzen Fassade zu stören (verdoppelt übrigens auch durch die spiegelbildlichen Anlagen der zwei Nachbarhäuser). Der Einsatz von Farbe hebt einzelne Bauzitate und die tektonischen Grundelemente der Fassadengestaltung kontrastreich hervor. Während aber die prachtvolle Fassade noch der letzten Welle des Kölner Historismus verpflichtet ist, sind mutige Versuche um eine neue Definition der bürgerlichen Wohnkultur besonders im Hausinnern zu finden. Das reich geschmückte Portal führt zum jugendstilartigen Vestibül mit farbigen Stuckdekorationen, dem Wandfriesbogen mit Einsatz von Marmoreinlagen, Farbornamenten usw. über. Die an den Podesten einzelner Zwischengeschosse angebrachten Spiegel verdoppeln den Dreheffekt des schwungvollen Treppengeländers aus Schmiedeeisen. Die noch erhaltenen Lampen, Gestalung der Wohnstüren, Decken usw. versuchen den gemeinnützigen Räumen eine neu Intimität zu verleihen. Der ländliche Anklang, der bemüht ist, die Internationalität des aufkommenden Jugendstils rheinisch oder bergisch zu verankern, steigert sich besonders in der Dachzone mit ihren Mosaikfenstern sowie in den noch reichlich vorhandenen innovativen architektonischen Details einzelner Wohneinrichtungen. Von seiner städtebaulichen Bedeutung ist hervorzuheben, daß das o. g. Objekt mit den umliegenden Häusern (bis Nr. 30) ein teilweise erhaltenes Straßenensemble bildet. Der üppige Neobarock einzelner Fassaden der rechten Straßenseite betont in seiner Gegenüberstellung den neogotischen Apell des an der linken Seite liegenden Hausblocks mit einer Sichtverlängerung zur Agneskirche noch zusätzlich. Als Ganzes bildet der gesamte Rayon einen außerordentlich aussagekräftigen Straßenkomplex.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0