Wohn- u. Geschäftshaus
Weyertal 24 · Sülz
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3495 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Weyertal 24, 50937 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 10.03.1986 |
| Stadtteil | Sülz |
Das Weyertal gehört mit seiner Bebauung zur zweiten Entwicklungsphase in Sülz, die nach der Jahrhundertwende ansetzt, als die Kölner Neustadt nahezu vollendet war und somit weitere Gebiete für stadtnahes Wohnen erschlossen werden mußten. Das o. g. Objekt ist ein Dokument der Originalbebauung aus dieser Zeit.
Das um 1905 gebaute, 3geschossige, in den Formen des Jugendstils errichtete Wohn- und Miethaus mit Giebelgeschoß beeindruckt als Eckhaus zur Nikolausstraße durch seine differenzierten Wandgliederungen. Zur Nikolausstraße präsentiert sich die Fassade mit vier Fensterachsen, drei Gaupen, Risalit mit Balkon zum Giebelgeschoß sowie darüber befindlichem Giebelhäuschen mit zwei Rundbogenfenstern und ornamentiertem Tympanon. Der Risalit, dessen Gliederung sich im Giebelhäuschen fortsetzt, weist an beiden Ecken Pilaster mit Maskenkapitellen in Höhe des Traufgesimses auf. Am Weyertal besitzt die Fassade sechs Fensterachsen, die von den Dachgaupen fortgesetzt werden, sowie Balkon und Erker mit verzierten Konsolen an der Auskragung und darüber befindlichen Giebelhäuschen , ebenfalls mit zwei Rundbogenfenstern sowie floral ornamentiertem Tympanon. Die Obergeschosse sind durch ein Gurtgesims vom Erdgeschoß mit horizontalen und vertikalen Fugenschnitten abgesetzt. Von dieser kraftvoll anmutenden Struktur des Erdgeschosses heben sich die floralen Ornamente in den Giebelfeldern der Fensterrahmungen und an den Fensterbrüstungen im zweiten Obergeschoß ab. Horizontale Stuckgliederungen verbinden die Fensterrahmungen mit den Pilastern beider Fassaden, von denen die nach außen gelegenen die Fassaden mit Wappenkapitellen abschließen. Zwischen den Stuckgliederungen tritt der in gekörntem Putzbewurf gehaltene Fassadengrund in Erscheinung. Die abgeschrägte Eckfassade dominiert durch eine lang gestreckte Fensterachse mit abschließendem Rundbogenfenster im Giebelhäuschen, dessen Spitzgiebel aus einer rechteckigen Fassadenfläche ragt und ebenfalls im Tympanon eine florale Ornamentierung besitzt. Die Eckpilaster, auch hier mit Maskenkapitellen am Traufgesims, verlaufen über den Graten der Abschrägung und schaffen einen Übergang zu den seitlichen Fassaden, der auch von der durchlaufenden horizontalen Stuckgliederung hergestellt wird. Die Fenster zeigen überwiegend die originale Sprosseneinteilung. Eine starke vertikale Bindung wird der Fassade von der durchlaufenden Rahmung der Fenster - flankiert von den Pilastern - verliehen. Dergestalt verdeutlicht die Fassade als konstruktiver Teil des Hauskerns dessen Proportionen entsprechend seinem Querschnitt.
Im Hausflur befinden sich Wandfliesen und Deckenstuck, der Terrazzoboden mit Terrazzotreppe, Antrittspfosten, Geländer und Handlauf aus Holz in originalem Zustand.
Angrenzend an ein strenges Straßenraster zwischen Luxemburger, Berrenrather und Zülpicher Straße bietet die Originalbebauung am Weyertal zwischen 1900 - 1907 ein historisches Straßenbild, das durch Erker, Balkone, Stuckfassaden mit Backsteingliederungen charakterisiert ist. Das o. g. Objekt fügt sich mit den Gebäuden Nr. 20 (unmittelbar angrenzend) und dem gegenüberliegenden Eckhaus Nr. 26 zu einem Denkmalensemble, das auch mit den Eckhäusern Nr. 32 und Nr. 41 durch ihre abgeschrägten Ecken korrespondiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0