Wohnhaus
Metzer Straße 3 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3587 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Metzer Straße 3, 50677 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 07.05.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Hermann-Joseph Stübben anstelle der alten Mauer- und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist im Wohnwert und städtebaulich Standard stark differenziert und wird durch die sog. "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen. Auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Bebauung. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden bis 1914 durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande ab 1860 nach der Eingliederung in Preußen einsetzte.
Das um 1890 errichete Doppelhaus Metzer Straße 3 - 5 wurde um die innenliegenden Treppenachsen symmetrisch errichtet. Das Haus Nr. 3 weist wie auch das Haus Nr. 5 eine Reihe von Besonderheiten auf, die der besonderen Beachtung durch den Denkmalschutz wert sind und das Haus auch aus architektonischen Gründen erhaltenswert werden lassen. Eine Besonderheit ist die zur Straße hin liegende Haustreppe, die eine versetzte, überwiegend in Naturstein gefaßte Fensterachse über einer reich geschwungenen Haustürverdachung auszeichnet. In rotem Sandstein ist auch das rustizierte Erdgeschoß gehalten. Dieser Werkstein wird bei den Gliederungen der Obergeschosse einschl. des Balkons im ersten Obergeschoß weiter verwendet. Im ersten und zweites Obergeschoß sind die Wandflächen verputzt, im dritten Obergeschoß - das deutlich niedrigere Fenster aufweist - nur mit Backstein verkleidet. Die originalen, mit Kröpfungen verzierten Holzfenster sind ebenso erhalten, wie die aufwendig gefertigte gründerzeitliche Haustür.
Auch das Innere zeigt den anspruchsvollen Dekor aus der Blütezeit des Historismus, der die Idee des Gesamtkunstwerks auch in der Architektur verfolgte. Reiche Stuckdeckenornamentik schmückt nicht nur die Eingangshalle, sondern auch die Decken aller Wohngeschosse. Die Stuckdecken wurden vollständig freigelegt. Auch die originalen Türen blieben erhalten, wobei besonders die Wohnungsabschlußtüren mit reich gedrechseltem Rahmenwerk schützenswert sind. Im Eingang dokumentiert schwarz-weißer Marmorboden das bürgerliche Repräsentationsbedürfnis. Auch das reich ornamentierte Eisengitter an der Treppe zum Kellereingang gehört dazu.
Die Doppelhäuser 1 und 3 stehen an der Mündung der Metzer Straße in den Sachsenring bzw. Karolingerring, der ursprünglich mit Villen vermögender Bürger bebaute Teil der Neustadt. Das o. g. Gebäude dokumentiert daher noch heute Qualität und Anspruch der originalen Bebauung der südlichen Neustadt, die gerade in diesem Teil der Ringe durch Kriegseinwirkung und Abriß weitgehend verlorenging. Das o. g. Objekt ist daher durch seine Qualität, die Geschlossenheit der Erhaltung und städtebauliche Aussagekraft für Köln von besonderer Bedeutung und unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0