Wohnhaus
Metzer Straße 1 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8064 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Metzer Straße 1, 50677 Köln |
| Baujahr | um 1890 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 18.03.1997 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1890; Vorderhaus mit rückwärtigem Seitenflügel; Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß (nach Kriegsschaden wiederaugebaut, 3 erneuerte Gauben); 4 Achsen (Eingang rechts); reich gestaltete Stuckfassade mit backsteinsichtigen Wandflächen im Stil des Historismus; Putz im Bereich des 1./2.OG erneuert; Eingangstür in Holz erneuert; Fenster in Kunststoff erneuert (mit Oberlichtern).
Rückfront: backsteinsichtig; (EG weiß gestrichen); 2:5 Achsen (Seitenflügel schließt rund einschwingend über eingezogenen Bauteil an das Vorderhaus an); Vorderhaus: erneuerte Holzfenster und -fenstertür im EG (asymmetrisch aufgeteilte Fensterflächen); OG-Fenster in Kunststoff erneuert (asymmetrisch aufgeteilte Fensterflächen); Seitenflügel: in Holz erneuerte Einscheibenfenster (abgehängte Decken); EG-Fensteröffnungen verändert; Fenster des eingezogenen Verbindungsbaus außer EG original (Kreuzstockfenster).
Innen original: Treppenhaus: im Eingangsbereich halbhohes Metallgeländer mit Türchen als Abtrennung des Kellerabgangs; rechte Wand mit aufgeputzten Stuckkassetten; links profilierte Stuckleiste; hölzerne Treppenanlage mit Antrittspfosten, gedrehten Geländerstäben und Handlauf; Deckenstuck in Höhe der Geschoß- (Rosetten/Rahmenleiste) und Zwischenpodeste (Rahmenleisten); teilverglaste Wohnungstüren (leicht beschädigt) mit kassettierten Laibungen (EG - 3.OG); Wohnungen: Grundrisse (außer Einbau von Bädern); abgehängte Decken (erhaltener Stuck stark beschädigt); 1.OG: Zimmertüren im Vorderhaus und Seitenflügel; Keller: preußische Kappen in Beton (Hofunterkellerung evt. nach dem Krieg).
Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Bauten wie Kirchen, Opernhaus, Plätze und Grünanlagen ausgerichtet.
In diesem städtebaulichen Zusammenhang kommt der Metzer Straße als Verbindung zwischen dem Sachsenring und der Volksgartenstraße eine besondere Bedeutung zu.
Die südliche Neustadt gehört zu den "herrschaftlichen bis gutbürgerlichen" Wohngegenden (wie u.a. auch das "Gerichtsviertel" und das "Belgische Viertel"), die durch ausgesprochen repräsentative Bauten geprägt sind. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden bis 1914 durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande ab 1860 nach der Eingliederung in Preußen einsetzte.
Das um 1890 errichete Doppelhaus Metzer Straße 1 - 3 wurde um die innenliegenden Treppenachsen symmetrisch errichtet. Das Haus Nr. 1 weist wie auch das Haus Nr. 3 eine Reihe von architektonischen Besonderheiten auf, die die qualitätvolle Gestaltung des Gebäudes belegen. Eine Besonderheit ist die zur Straße hin liegende Haustreppe, die eine in der Höhe gegenüber den Wohngeschossen verspringende, überwiegend in Naturstein gefaßte Fensterachse über einer reich geschwungenen Haustürverdachung auszeichnet. Auch das rustizierte Erdgeschoß wird mit rotem Sandstein verkleidet. Dieser Werkstein wird ebenfalls bei den reich gestalteten Gliederungen der Obergeschosse und des Balkons im ersten Obergeschoß verwendet. Im ersten und zweiten Obergeschoß sind die Wandflächen verputzt, im dritten Obergeschoß - das deutlich niedrigere Fenster aufweist - nur mit Backstein verkleidet.
Auch das Innere zeigt das anspruchsvolle Dekor aus der Blütezeit des Historismus, der die Idee des Gesamtkunstwerks auch in der Architektur verfolgte. Reiche Stuckdeckenornamentik und das reich ornamentierte Eisengitter an der Treppe zum Kellereingang dokumentieren das Repräsentationsbedürfnis der Bewohnerschaft.
Die Doppelhäuser 1 und 3 stehen an der Einmündung der Metzer Straße in den Sachsenring bzw. Karolingerring, der ursprünglich mit Villen vermögender Bürger bebaute Teil der Neustadt. Das o. g. Gebäude dokumentiert daher noch heute Qualität und Anspruch der originalen Bebauung der südlichen Neustadt, die gerade in diesem Teil der Ringe durch Kriegseinwirkung und Abriß weitgehend verlorenging. Das o. g. Objekt ist daher durch seine Qualität, die Geschlossenheit der Erhaltung und städtebauliche Aussagekraft für Köln von besonderer Bedeutung und unverzichtbar.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0