Wohnhaus
Beethovenstraße 1 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3620 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Beethovenstraße 1, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1885 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.06.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das Objekt Beethovenstraße 1 wurde um 1885 als 5geschossiges, 4achsiges Wohnhaus mit drei Balkonen und einer Backsteinfassade mit Stuckgliederungen errichtet.
Zwischen der inneren und der äußeren Wallanlage Kölns wurde ab 1881 bis etwa 1910 ringförmig um die Altstdt die vierte Stadterweitung nach der Planung des Aachener Professors Karl Henrici und des Stadtbaumeisters Hermann-Joseph Stübben als erste große Stadterweiterung Deutschlands durchgeführt. In einheitlicher, spätklassizistischer Planungsauffassung wurden unter Berücksichtigung überkommener Stadtstrukturen neue Bereiche geschaffen und durch städtebauliche Bezüge untereinander verbunden.
Der 2reihige Baumbestand aus der Grünerzeit der Neustadt auf dem erhöhten Mittelstreifen der breit angelegten Beethovenstraße, verband den Grünraum des Rathenauplatzes mit dem ehem. Grünraum des Hohenstaufenrings, von dem die Erweiterung des Hohenstaufenrings zur Aufnahme der gemeinsamen Einmündungen der Mozartstraße, Beethovenstraße und Engelbertstraße mit originalem Baumbestand erhalten geblieben ist. Die Grundform des Platzes bildet ein 2seitiges Dreieck, dessen Ecken an der Basis die Straßeneinmündungen aufnehmen und dessen Spitze rechtwinklig, gegenüber der Altstadtstraße Schaevenstraße an den Hohenstaufenring zuschließt.
Das Haus Beethovenstraße 1 ist städtebauliche und kunsthistorisch von überragender Bedeutung, weil es innerhalb der beschriebenen städtebaulichen Situation in weitem Umkreis als einziges Gebäude die Fortführung der ehem. prunkvollen Fassaden des Rings in die Neustadt hinein dokumentiert. Das zu einem einheitlichen, etwa quadratischen Feld zusammengefaßte zweite, dritte und vierte Obergeschoß ruht auf den zu einem Fasadensockel zusammengefaßten Erdgeschoß und ersten Obergeschoß. Dieser Grundauffassung entspricht die vorwiegend horizontale Struktur des Sockels und die vorwiegend vertikale Struktur der oberhalb liegenden Stockwerke. Das Erdgeschoß gibt seiner Bodennähe durch eine gebänderte Rustika mit tiefliegendem kraftvollem Fugenschnitt Ausdruck und schließt mit dem durchlaufenden Brüstungsband am ersten Obergeschoß ab, in das die flachbogige Überdachung der Haustür und die Blustrade der flachbogigen Balkonbrüstung vor den beiden Mittelachsen integriert sind. Die flächigere Quaderrustika des ersten Obergeschosses nimmt sowohl zur Rustika des Erdgeschosses als auch zu der Struktur des Ziegelmauerwerks der oberhalb liegenden Geschosse Bezug. Das Stockwerkgesims über dem ersten Obergeschoß gibt dem Fassadensockel seinen oberen Abschluß und zugleich dem Feld der drei Stockwerke darüber seine untere Rahmung. Die Grundfläche dieses Feldes, bestehend aus Klinkermauerwerk, trägt als seitliche Einfassung gezähmte Eckquaderungen, welche die Fensterumrahmungen der Seitenachsen am zweiten und dritten Obergeschoß wiederholen und als oberen Abschluß das Dachgesims, das durch einen gezähmten Fries eingeleitet wird. Die im wesentlichen flächige Wirkung steht im Kontrast zu den erkerartig zusammengefaßten Balkonen an den Mittelachsen des zweiten und dritten Obergeschosses mit bekrönendem Balkon am vierten Obergeschoß. Zur Vertikalität der Balkone tritt ihre räumliche Dimension in den Vordergrund. Die am zweiten, dritten und vierten Obergeschoß. Zur Vertikalität der Balkone tritt ihre räumliche Dimension in den Vordergrund. Die am zweiten, dritten und vierten Obergeschoß von Geschoß zu Geschoß nach oben hin abnehmenden Lichtmaße der Fenster geben der Fassade optische Überhöhung im Gegensatz zu den nach oben hin zunehmenden Kragmaßen der Gesimse. Die zu eigenständiger Aussage gelangende Architektur verwendet Gestaltungselemente der Renaissance.
Die vorliegende Beschreibung zeigt die Bedeutung des Gebäudes im Sinne des Denkmalschutzgesetztes auf, insbesondere aufgrund seiner städtebaulichen Einbindung, seines künstlerischen und wissenschaftlichen Wertes und hinsichtlich der Geschichte des Kölner Bürgers in Bezug zu seiner Stadt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0