Wohnhaus
Brüsseler Platz 21 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3621 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Brüsseler Platz 21, 50674 Köln |
| Baujahr | um 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.06.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Ortsgeschichtlich bedeutend ist das Wohnhaus, da es die Erstbebauung des westlichen Gebietes des ehemaligen Rayongeländes nach der Niederlegung der Stadtmauern und damit die Entstehungsgeschichte der Neustadt dokumentiert. Diese Bebauung, die nach dem vom Kölner Stadtbaumeister J. Stübben erstellten Erweiterungsplan von 1881 erfolgte, verlief um die Jahrhundertwende in mehreren Phasen. Der Brüsseler Platz liegt im sog. Belgischen Viertel, einem damals für das aufstrebende Bürgertum charakteristischen Stadtbereich.
Baugeschichtlich bedeutend ist das viergeschossige, dreiachsige Traufenhaus mit Souterrain und zweigeschossigem Erker auf der Mittelachse als Beispiel einer Backsteinbauweise mit Stuckgliederungen aus dem reichen Formenapparat der Renaissance: Fugenschnitt im Erdgeschoß, Stockwerk- und Gurtgesimse, ein Konsoltraufgesims, im ersten Obergeschoß kapitellartige Rahmung der Achsen, Dreiecksverdachung sowie Blendballustraden in den Fensterbrüstungsfeldern. Diese aufwendige Gestaltung weist das erste Obergeschoß als sogenannte Belétage aus. Die in Ädikulamanier gestaltete originale Eingangstür mit schmiedeeisernem Fenstergitter und Oberlicht sowie die im vierten Obergeschoß noch erhaltenen Fenster tragen zum ästhetischen Erscheinungsbild der Fassade bei, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes verdeutlicht.
Im Innern des Hauses sind an originalen Ausstattungsteilen noch erhalten: dreifarbig ornamentierter Terrazzoboden mit Mosaikkante, im Eingangsbereich Wandstuck (hohe Kassettenfelder mit Eckornamentik), Fugenschnitt im Sockel, stuckierter Stützrahmen, Treppe aus belgischem Granit und Holzhandlauf mit Volutenabschluß und schmiedeeiserner Aufhängung. Im Aufgangsbereich eine Terrazzotreppe, gedrechseltes umlaufendes Geländer mit Antrittspfosten, Holztreppe in den Keller, bzw. Souterrain mit gedrechseltem Geländer, vollständig erhaltene, vierflügelige Wohnungstürabschlüsse mit Kapitelle, Kassenttenfeldern etc. und großen Sichtfenstern, dahinter Abschlußtüren mit kleinteiligen Oberlichtsprossen und Kassettenrahmung.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als Bestandteil eines Gebäudeensembles mit den Nrn. 19 und 17, das in Verbindung mit dem Eckhaus zur Moltkestraße sowie den anderen Altbauten rund um die St. Michael-Kirche das ehemals prunkvoll geprägte Erscheinungsbild des Brüsseler Platzes repräsentiert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0