Wohn- und Geschäftshaus

Florastraße 1 · Nippes

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_3653
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- und Geschäftshaus
Adresse Florastraße 1, 50733 Köln
Baujahr1900 bis 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 09.07.1986
Stadtteil Nippes

Der in den Jahren 1902 - 04 von dem Architekten Gallus Brantzky errichtete Bau weist sich als fünfgeschossiges, fünfachsiges, mit Mansarddach gedecktes Wohn- und Geschäftshaus aus. Als konstruktiver Teil des Baukerns verdeutlichen die Fassaden Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie Dachaufbau des Hauses. Von Bedeutung ist seine im Jugendstil ausgeführte baukünstlerische Gestaltung, die besonders an der Straßenfassade zur Geltung kommt. über dem als Ladezone mit großen Fenstern ausgebauten Erdgeschoß sind die Obergeschosse streng axial gegliedert, wobei die Außenachsen durch turmartige Erker betont werden. Die Fassade erhält in den von Geschoß zu Geschoß in der Form sich ändernden Fenster (z. T. noch mit originalen Fensterrahmen) ihre charakteristische Note, wobei die dreiteiligen Mittelpartie-Fenster im zweiten und dritten Obergeschoß von einer gemeinsamen Rahmung zusammengefaßt wurden. Die Zusammenfassung dieser Geschosse wird unterstrichen von der pilasterartigen Ausbildung der Mauerpfeiler, die in der Frieszone abwechselnd von einem Männer- und Frauenkopf geschmückt sind. Maueranker (erneuert) und Dreieck-Ornamente sind weitere Schmuckdetails der Mauerpfeiler. Weitere Ansatzstellen für Bauzier in liniaren, geometrischen oder vegetabilischen Mustern sind die Brüstungsfelder bzw. die Mauerflächen über oder neben den Fensterbögen. Als wesentliches, die Fassade gliederndes und belebendes Element dient der Wechsel des Baumaterials (Werkstein/Erdgeschoß und erstes Obergeschoß; Putz/zweites und drittes Obergeschoß; Schiefer/viertes Obergeschoß und Dach), wodurch die Straßenfront in drei Zonen eingeteilt wird. Im Innern belegen die historische Ausstattung u. a.: Wand- und Deckenstuck im Hausflur; Terrazzotreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten; Stuck-Decken in den Wohnungen.

Das Haus ist ein wichtiges ortsgeschichtliches, städtebauliches und baukünstlerisches Zeugnis des Kölner Vorortes Nippes. In seiner Erscheinung dokumentiert es die Bebauung der Ecke Florastraße/Neußer Straße kurz nach der Jahrhundertwende und somit eine in der Stadtlandschaft von Nippes ortsgeschichtlich wichtige Stelle. Als Nachfolgebau einer älteren, an dieser Stelle schon mehrmals gewechselten Bebauung markiert es entscheidend den städtebaulichen Wandel an der ehemaligen alten Dorfachse der Ortschaften Mauenheim - Nippes.

Städtebaulich behauptet das zwischen zwei Hochhäusern eingezwängte Haus in seiner Bauqualität die exponierte Eckstelle Florastraße/Neußer Straße. Es bestimmt mit dem Denkmalgebäude Nr. 295 durchaus das Erscheinungsbild des im Mittelpunkt von Nippes gelegenen Straßenraumes.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0