Wohnhaus
Goethestraße 62 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3684 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Goethestraße 62, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1914 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 01.08.1986 |
| Stadtteil | Marienburg |
Erbaut 1917/18 von dem Bauunternehmer Heinrich Stöcker im Stil des Neoklassizismus, freistehender Bau, 2 Geschosse, Putzfassade mit Werksteingliederung, abgewalmtes Mansarddach (mit Biberschwanzeindeckung).
Straßenfassade: 3 Achsen; axialsymmetrischer Aufbau mit Mittelbetonung durch Risalit, Balkon im 1. OG, Zwerchhaus mit Dreiecksgiebel (flankiert von je einer Gaube); Hauseingang auf der Mittelachse; originale Haustür und Fenster.
Seitenfassade mit halbrundem Treppenturm; Nebeneingang.
Rückfront: seitliche Altane, Terrasse.
Im Innern original erhalten: Grundrisse; marmorverkleidetes Entrée, expressionistischer Deckenstuck in der Wohnhalle; Rokokoausstattung mit Holzvertäfelung, Supraporten, Deckenstuck im Salon; Holzvertäfelung, Einbauschränke und stuckierte Tonnenwölbung im Herrenzimmer; verschiedenartige Stuckdecken, Zimmertüren, Wandschränke, Heizkörperverkleidungen und Parkettböden im EG und OG; Holztreppenhaus.
Bestandteil des Denkmals sind auch eine Remise (mit Rokokoputte), die Gartenanlage mit Vorgarten sowie die originale Grundstückseinfriedung.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvorortes im späten 19. Jahrhundert haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorort gleichzeitig eines der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Goethestr. 62 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Marienburg seine spezifische Ausprägung.
Die herrschaftliche Villa ist in ihrer Gesamtkonzeption und der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Als Beispiel für den Stil des Neoklassizismus ist das gegen Ende des 1. Weltkrieges errichtete - wahrscheinlich wurde der Entwurf schon einige Jahre früher ausgeführt - und außergewöhnlich vollständig erhaltene Wohngebäude auch von wissenschaftlicher Bedeutung für Bauforschung und Architekturgeschichte.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0