Wohnhaus
Goethestraße 62a · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8430 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Goethestraße 62a, 50968 Köln |
| Baujahr | 1936 bis 1937 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.12.1999 |
| Stadtteil | Marienburg |
Baujahr: 1936/37
Architekt: Theodor Merrill
Mitarbeiter: Fritz Ruempler
Bauherr: Werner Herbst (Mitinhaber des Pelzhauses Franz Herbst)
Zweigeschossiger, über quadratischem Grundriß annähernd in Würfelform errichteter Backsteinbau mit pfannengedecktem Zeltdach und mit zwei gartenseitigen eingeschossigen Flügeln, die, eine Terrasse rahmend, als Garage und überdachter Sitzplatz geplant wurden. Das Erdgeschoß beherbergt die Hauptwohnräume mit Wohnzimmer, Eßzimmer, Herrenzimmer und Küche; im Obergeschoß befinden sich Schlafzimmer, Kinder- und Gästezimmer sowie das Bad. Verbunden werden die Etagen durch eine hölzerne, zwischen Mauern angelegten Treppe, die ihren Ausgangspunkt seitlich der Eingangsdiele hat. Original erhalten haben sich u.a. die Türen nebst ihren Rahmungen sowie der Kamin im Wohnzimmer und die Heizkörper-Umbauung in der Diele. (Der Bau entspricht weitgehend dem Zustand, wie er in der Zeitschrift „Das schöne Heim, 1939, S. 178“ und in der „Kunst, 1938, S. 138“ publiziert wurde.)
Das Baudenkmal Goethestr. 62a umfaßt das Gebäude einschließlich der erhaltenen baufesten Ausstattung sowie die Gartenanlage einschließlich der straßenseitigen Einfriedung.
Das o.g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne von § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW):
Das o.g. Objekt ist bedeutend für Städte und Siedlungen, weil es ein wichtiges bauliches Dokument für die Entwicklung des Villenvorortes Marienburg gerade in Hinblick auf die Idee der anglo-amerikanischen Gartenstadt ist. Urheber dieser Idee in Marienburg war der Zahnarzt Dr. Hervey Cotton Merrill, der selbst in diesem Sinne in Marienburg plante bzw. durch seinen Schwiegersohn Paul Pott und seinen Sohn Theodor Merrill planen ließ, wodurch Marienburg zu einem der größten und geschlossensten anglo-amerikanischen Villengebiete in Deutschland wurde. Das Haus Herbst ist innerhalb des Ausbaus Marienburgs ein wichtiges Spätzeugnis dieser Entwicklung, da der Architekt Theodor Merrill als amerikanischer Staatsbürger wenig später Deutschland verlassen mußte, wodurch diese in vieler Hinsicht personengebundene Entwicklung vorerst beendet war.
Die Erhaltung und Nutzung des o.g. Objekts liegt aus künstlerischen und wissenschaftlichen – hier architekturgeschichtlichen – Gründen im öffentlichen Interesse, weil es das Werk des nicht nur für Köln bedeutenden Architekten Theodor Merrill dokumentiert. Schwerpunkt in seinem äußerst umfassenden Schaffen war der Villenbau, es entstanden nach seinen Entwürfen aber auch Kirchen, Siedlungen, Fabriken, Zechen u.a. Innerhalb seines Œvres ist das o.g. Haus ein wichtiges bauliches Zeugnis für das Wirken eines amerikanischen Architekten während des „Dritten Reiches“ in Deutschland.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0