Wohn- u. Geschäftshaus
Schillingstraße 14 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_3686 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Schillingstraße 14, 50670 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 04.08.1986 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Baugeschichtlich dokumentiert das um 1905 gebaute 5-geschossige und 3-achsige Geschäfts- und Mietshaus das stilistische Umdenken von der ablebenden Tradition des Kölner Historismus zur aufkommenden Moderne. Einzelne jugendstilartige Elemente der Fassade wie die Fensterrahmung einzelner Geschosse, die Betonung der rechten (Eingangs-) Achse durch Loggien, Konsolen, Lisenen und schließlich durch die Maskenornamentik der obersten Geschosse sowie der starke Farbakzent der Fassadengestaltung, sind der funktionellen Gliederung des Ganzen untergeordnet. Der rauhe Mörtelputz reicht bis zum 3. OG und bindet die quadratisch behandelte Rustifizierung der Geschäftszone an den malerischen Stuck der obersten zwei Geschosse an.
Über den mosaikartig behandelten Terrazzoboden des Eingangs führt das nüchtern aufgefaßte Treppengeländer mit stilisierten Wandleisten zu noch erhaltenen Türeingängen einzelner Wohnungen. In ihren repräsentativen Zimmern zur Straßenseite sind an den Decken einzelne weiß-farbig rhythmisierte Stuckdekorationen erhalten.
Ortsgeschichtlich ist das Haus ein Zeugnis der alle bisherigen Maßstäbe sprengenden zweiten Welle des Stadtausbaus von Köln um die Jahrhundertwende. Im Zeitraum von 1900 bis 1914 stieg die Stadtbevölkerung von 367 000 auf 635 000 Einwohner, wobei dieses Wachstum besonders für das Gebiet der heutigen Neustadt bezeichnend ist. Für die hier von 80 000 auf 124 000 in kurzer Zeit gestiegene Einwohnerzahl wurde 119 000 neue Wohnungen, meistens mit drei- bis fünf Zimmern, in vier- und mehrstöckigen Wohnhäusern für Bürger mit gehobenen Ansprüchen gebaut. Die Schillingstraße ist die erste von den rund um das Eigelsteintor und Ebertplatz, parallel zum Ring laufenden radialen Achsen, die planmäßig bis zum äußeren Rand der Neustadt reichen.
Von seiner städtebaulichen Bedeutung bildet das o. g. Objekt eine ziemlich aussagekräftige Achse von gut erhaltenen historisierenden Bauten, die kompakt von der Nr. 8 durch die ganze Straßenfront bis zur Nr. 18 reichen. Die individuelle Gestaltung von jedem Wohnhaus erhöht, gerade durch oft merkwürdige Abweichungen von der Norm, das kultivierte urbane Erscheinungsbild eines typischen Kölner Stadtensembles aus der Umbruchzeit der Jahrhundertwende.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0