Wohn- u. Geschäftshaus

Metzer Straße 37 · Neustadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7985
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Metzer Straße 37, 50677 Köln
Baujahrum 1900
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 29.10.1996
Stadtteil Neustadt/Süd

Erbaut um 1900; Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Satteldach; 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil (profilierte Fensterrahmungen mit Gehängen, floralem Ornament und Rollwerk); Fassadenrhythmisierung durch Betonung der rechten Gebäudeachse (breite Fensteranlage mit Fenstertüren und Balkonen mit Balustern, seitlich profiliert gerahmt; Giebelaufsatz, im Krieg beschädigt); Eingangstür erneuert; Fenster mit Beschlägen original (außer EG: großflächige Holzfenster; DG: Kunststoffenster; Fenstertür im 2.OG in Holz erneuert; EG verändert (zu Wohnraum umgenutzt, veränderte Fenstersituation; Wandfläche komplett neu verputzt).

Rückfront: backsteinsichtig; 2 : 1 Achsen (Treppenhaus rückwärtig rund ausschwingend an das Vorderhaus angeschlossen); Vorderhaus mit erneuerten Kunsstoffenstern (großflächig mit Oberlichtern), Treppenhaus mit originalen Fenstern (teilweise originale Beschläge); Hoftür original.

Innen original: Treppenhaus: Betontreppe, schmiedeeisernes Metallgeländer (vermutlich vor dem Krieg erneuert) und Holzhandlauf; ornamentierte Bodenfliesen auf den Geschoßpodesten (außer DG) mit teilweise ausgebesserten Randlagen; Fensterbänke Treppenhaus aus belgischem Granit; Keller: in Backstein gemauerte Kappendecke (unterhalb des Eingangsflures ebenfalls als Kappe in Beton erneuert); Wohnungen: Grundrisse (außer Badezimmereinbauten); Zimmertüren evt. im 3.OG; eine Stuckdecke im 1. oder 2.OG.

Bestandteil des Denkmals ist auch die zweischenklige, backsteinsichtige Hofmauer (gestrichen).

Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.

In diesem städtebaulichen Zusammenhang erschließt die Metzer Straße als direkte Verbindungsstraße zwischen dem Martin-Luther-Platz und dem Sachsenring den Bereich der Vondel-, Lothringer-, und Elsaßstraße. Der Martin-Luther-Platz, in dessen unmittelbarer Nähe sich das o.g. Objekt befindet, ist prägend für die Stübbensche Planung, die immer wieder mit platzbildenden Konzentrationen von Straßenzügen arbeitet, um so ein spannungsreiches Straßenbild zu schaffen.

Baukünstlerisch knüpft das viergeschossige Gebäude, das mit dem Nachbargebäude Nr. 35 eine symmetrisch angelegte Einheit bildet, an die alte Tradition des rheinländischen Drei-Achsen-Hauses an. Die für die Zeit um die Jahrhundertwende moderne Fassadengliederung in Jugendstilformen ist durch die starke Betonung der Eingangsachse maßgeblich gekennzeichnet. Auffälligste Elemente sind das punktuelle Motiv der leicht gewölbten Balkonbalustrade in den drei Obergeschossen und die profilierten Fensterrahmungen, die im 3. OG durch einen leichten Bogenschwung betont wird und den oberen Abschluß der Fassade markiert.

Städtebaulich bewahrt das Zwillingshaus die Spuren der ursprünglichen städtebaulichen Intention aus der Gründerzeit. Die beherrschende Wirkung der originalen Baumasse, -höhe und -proportionen bleibt, trotz der Neubauten in unmittelbarer Umgebung, erhalten und ermöglicht, daß das Erscheinungsbild der ganzen Straße in ihrer geschichtlichen Substanz noch heute im Hauptakzent erlebbar ist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0