Wohn- u. Geschäftshaus (nur Fassade)
Metzer Straße 32 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_8102 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus (nur Fassade) |
| Adresse | Metzer Straße 32, 50677 Köln |
| Baujahr | um 1906 bis 1908 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 06.06.1997 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Erbaut um 1906/08; nahezu quadratischer Grundriß mit länglichem Seitenflügel.
Fassade: 4 Geschosse, ausgebautes Dachgeschoß; 3 Achsen (Eingang rechts); Putzfassade mit Stuckgliederung des Jugendstil: flächig angelegte Gliederungselemente (aufgeputzte Quaderung im 1.OG und an den Gebäudekanten, profilierte Fensterrahmungen; Fensterbrüstungen im 1.OG mit Balustern, im 3.OG mit floralem Jugendstilornament); Mittenbetonung und Fassadenrhythmisierung durch loggia-artig eingezogene Balkone im 1.- 3.OG (seitlich profiliert gerahmt, originale Metallgitter); 3 Gauben (in der Substanz vermutlich original).
Veränderungen: EG: Wandfläche komplett neu verputzt; Eingangstür und Fenster erneuert; Fenstersituation verändert; 1.- 3.OG: erneuerte Fenster und Fenstertüren (Kunststoff, Kreuzstock); DG: erneuerte Fenster in Holz.
Die Kölner Neustadt wurde als eine der bedeutendsten Stadterweiterungen des ausgehenden 19. Jahrhunderts seit 1880 von Josef Stübben geplant und seit 1881 von ihm ausgeführt. Diese sich halbkreisförmig um die Altstadt legende Bebauungszone wird wesentlich durch die sogenannten "Ringe" geprägt. Auf diesen Prachtboulevard wurden alle städtebaulichen Planungen der Neustadt mit ihren Straßen, öffentlichen Plätzen und Grünanlagen ausgerichtet.
In diesem städtebaulichen Zusammenhang erschließt die Metzer Straße als direkte Verbindungsstraße zwischen dem Martin-Luther-Platz und dem Sachsenring den Bereich der Vondel-, Lothringer-, und Elsaßstraße. Der Martin-Luther-Platz, in dessen unmittelbarer Nähe sich das o.g. Objekt befindet, ist prägend für die Stübbensche Planung, die immer wieder mit platzbildenden Konzentrationen von Straßenzügen arbeitet, um so ein spannungsreiches Straßenbild zu schaffen.
Baukünstlerisch knüpft das viergeschossige Gebäude an die alte Tradition des rheinländischen Drei-Achsen-Hauses an. Die für die Zeit um die Jahrhundertwende moderne Fassadengliederung in Jugendstilformen ist durch die starke Betonung der Mittelachse maßgeblich gekennzeichnet. Auffälligste Elemente sind die aufwendig gerahmte Mittelachse mit maskengeschmückten Konsolen, die unterschiedlichen Putzstrukturen und die variabel gestalteten Balkongitter der leicht ausschwingenden Balkone.
Städtebaulich bewahrt das Gebäude die Spuren der gründerzeitlichen Intention aus der Gründerzeit. Die beherrschende Wirkung der originalen Baumasse, -höhe und -proportionen bleibt, trotz der Neubauten in unmittelbarer Umgebung, erhalten und ermöglicht, daß das Erscheinungsbild der ganzen Straße in ihrer geschichtlichen Substanz noch heute im Hauptakzent erlebbar ist.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0