Wohn- u. Geschäftshaus

Von-Sparr-Straße 31 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4001
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Von-Sparr-Straße 31, 51063 Köln
Baujahrum 1905
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 18.12.1986
Stadtteil Mülheim

Das in der ehemaligen Roonstraße, heutige Von-Sparr-Straße nahe der Firma Felten & Guilleaume gelegene Wohn- und Geschäftshaus besitzt die in Mülheim und Kalk häufige 4-geschossige Stuckfassade mit 4 Achsen. Die um 1905 zu datierende Stukkierung zeigt noch Anklänge des späten Historismus, wie z. B. die Zusammenfassung der beiden Mittelachsen durch ein ornamentiertes Scheinrisalit mit Stuckverzierungen im Bereich der Brüstungen und über den Fenstern. Die Stukkierung ist allerdings nur flach aufgetragen und beschränkt sich bei den Seitenachsen auf leichte Umrahmungen, an der Außenkante schließt eine senkrechte Lisene das Gebäude ab. Das Motiv des von Festons umkränzten Ovals, das in den Brüstungen des 1. OGs verwandt wird, kehrt leicht variiert als oberer Abschluß der Lisenen im Bereich des Kranzgesimses wieder. Die Fenster sind original mit Ausnahme des in flacher Rustika stukkierten EGs. Als Element des Jugendstils ist das Gegeneinander von Rauhputz und Glattputz der Fassadengewände zu werten.

Das Gebäude wird durch ein rückwärtiges Treppenhaus erschlossen, das durch einen breiten Toreingang erreicht wird. Diese mit einem knappen Hinterhaus verbundene Grundrißlösung findet sich in den ebenfalls von der Firma Felten & Guilleaume erbauten Schützenhofstraße, offensichtlich haben die, wohl mit dem Werk verbundenen Architekten diesen Miethaustyp über Jahre in verschiedenen Straßen wiederholt. Eine Terrazzotreppe mit Holzgeländer führt in die oberen Wohngeschosse, deren Ausbau, bis auf die Türblätter der Wohnungsabschlüsse erhalten blieb. Im Erdgeschoß ist die Wohnungsabschlußtür noch original vorhanden.

Das Haus Von-Sparr-Str. 31 ist bedeutend für die Geschichte des Stadtteils Mülheim, der 1914 in die Stadt Köln eingemeindet wurde. Die ehemalige Kreishauptstadt eines nordöstlich Köln gelegenen Landkreises wurde bereits 1098 urkundlich erwähnt und stieg unter den Bergischen Grafen bald zu einer sog. "Freiheit" aus.

Die weitere Entwicklung, insbesondere die Umwallung, wurde von der Freien Reichsstadt Köln teilweise gewaltsam verhindert.

Deshalb gewann Mülheim erst im 18. Jahrhundert aufgrund der freieren Religionsausübung im Bergischen einige Bedeutung, als die Seidenfabrikaten unter der Familie Andrae sich entwickelte.

Im 19. Jahrhundert gesiedelten sich, gefördert durch den Bau von Eisenbahnen und Straßen, bedeutende Industrieunternehmen auf dem Stadtgebiet an, so daß das ehemals kleinmaßstäbliche Straßengeviert bis zur Wallstraße sich schnell zur weitreichenden gründerzeitlichen Vorstadtbereichen ausdehnte. Die Von-Sparr-Straße liegt in dieser gründerzeitlichen Erweiterungszone in der Nähe des Fabrikgeländes der Firma Felten & Guilleaume.

Städtebaulich ist das o. g. Objekt ein maßstabbildendes Element der nördlich des Altstadtkerns von Mülheim gelegenen Wohnstraße, die noch eine relativ einheitliche Baustruktur aus der Zeit ihrer Erstbebauung aufweist.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0