Wohn- u. Geschäftshaus

Berliner Straße 60 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4163
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Berliner Straße 60, 51063 Köln
Baujahrum 1905 bis 1910
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 29.05.1987
Stadtteil Mülheim

Das 4-geschossige Wohn- und Geschäftshaus Berliner Str. 60 besitzt eine Stuckfassade im frühen Jugendstil. Das Haus hat zwei Achsen, wobei die linke Achse durch einen zweigeschossigen Erker betont ist, über dem im Dachgschoß ein leicht gewellter Giebel sich erhebt. Die Fenster wurden in Kunststoff erneuert. Das Erdgeschoß ist neu umgebaut mit einer Haustür in Aluminium. Der Eingang besitzt einen Terrazzoboden mit einem schönen Ornament. Stuckreste im Treppenhausbereich haben sich erhalten. Die Wände sind neu gefliest. Die originale Holztreppe mit Holzgeländer führt in die Wohngeschosse, die mit originalen Wohnungsabschlußtüren ausgestattet sind. Auch die Grundrißstruktur der Wohnungen blieb erhalten.

Das Haus Berliner Str. 60 ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Mülheim, da es den Ausbauprozeß dieser bis 1914 selbständigen Stadt dokumentiert. Aufgrund der günstigen Verkehrslage (Rheinhafen, Straßen- und seit ca. 1850 Eisenbahnknotenpunkt) und der historisch politischen Gegebenheiten (Tradition der religiösen Freiheit) entwickelte sich Mülheim im 19. Jarhhundert nach einer Gewerbestadt zum industriellen Vorort (Wagonfabrik Zyphen und Charlier) und andere Fabriken. Früher war Mülheim Zentrum der Seidenspinnerei, die die Protestanten (die Familie Andree) in der Stadt zu hoher Blüte gebracht hat. Als Folge dieser Industriealisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung mit starkem Bevölkerungszuwachs, der auch zur Bebauung der nach Norden führenden Ausfallstraße der heutigen Berliner Straße um 1900 führte. Für die Erhaltung und Nutzung liegen künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe vor.

Aus städtebaulichen Gründen ist das Gebäude unter folgendem Aspekt erhaltenswert: Die Bebauung der Berliner Straße ist von der Nr. 58 bis zur Nr. 74 im allgemeinen von den Zerstörungen verschont geblieben und dokumentiert deshalb die historische Erstbebauung dieser Mülheimer Ausfallstraße. Es stellt mit den Nachbarhäusern ein städtebauliches Ensemble des am Historismus sich orientierenden Jugendstil dar, was das Erscheinungsbild dieser Wohn- und Geschäftsgegend Mülheims mitprägt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0