Wohnhaus

Lotharstraße 9 · Sülz

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6621
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Lotharstraße 9, 50937 Köln
Baujahrum 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.09.1992
Stadtteil Sülz

Erbaut um 1914 von Architekt Josef Sürth (inschr. bez.) in Anklängen an den Neoklassizismus, 3 Geschosse, Mansard- und Giebelgeschoß; 3 Achsen, Putzfassade mit Stuckgliederungen und 2 Medaillons, Mittelrisalit mit Balkon im Mansardgeschoß, mittig gesetzter Dreieckspiegel, loggiaartiger Eingangsbereich, Mansarddach; Fenster und Haustür verändert. Rückfront mit originalen Balkonen (mit neueren Stahlträgern abgestützt), Fenster größtenteils original (im DG verändert).

Im Innern original erhalten: im Eingangsbereich Wand- und Bodenfliesen, Terrazzotreppe mit Metallgeländer und Holzhandlauf, Bodenfliesen auf den Etagen; Zimmertüren, z. T. Parkettböden, z. T. Deckenstuck, z. T. Fliesen in den Wohnungen. Bestandteil des Denkmals ist auch der Vorgarten mit der z. T. erhaltenen originalen Einfriedung.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die Wohnbebauuang in dem seit 1888 eingemeindeten Vorort Sülz setzte ab 1845 ein. Das o. g. Objekt entstand in der zweiten, für Sülz wesentlichen und das heutige Erscheinungsbild der Straßen immer noch prägenden Entwicklungsstufe: kurz nach der Jahrhundertwende, als die Neustadt nahezu vollendet war und entlang der wichtigen Ausfallstraßen weitere Gebiete für stadtzentrumnahes Wohnen erschlossen wurden. Die Lotharstraße ist eine relativ spät bebaute Wohnstraße zwischen Luxemburger- und Berrenrather Straße, entlang des Nikolausplatzes mit der neuromanischen Pfarrkirchen St. Nikolaus verlaufend. In Fortsetzung des begrünten Platzes haben die umliegenden Wohn-Reihenhäuser Vorgärten. Das o. g. Objekt ist integraler Bestandteil des im Teilbereich zwischen Luxemburger- und Emmastraße noch überwiegend original erhaltenen Straßensembles Lotharstraße Nr. 3-9/Luxemburger Straße Nr. 204. Mit seiner zurückhaltend gegliederten Fassade im Stil des Neoklassizismus ist es aus künstlerischwissenschaftlicher Sicht bedeutsam für das Verständnis der Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0