Wohnhaus
Goethestraße 2 · Marienburg
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4057 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Goethestraße 2, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1910 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.03.1987 |
| Stadtteil | Marienburg |
Laut Inschrift wurde das Haus Goethestr. 2 im Jahre 1924 nach Entwürfen des Architekten Fritz Herrmann gebaut. Das 2-geschossige, annähernd auf quadratischem Grundriß gebaute Haus mit Mansarddach zeigt zur Straßenseite hin einen axialen Aufbau mit mittlerem von Stützen getragenen Erker. Der Eingang zum Hausinneren erfolgt seitlich, wo mittig in den dortigen Fassadenbereich ein Vorbau mit kannelierter Säule gestellt ist. Besondere Gliederungselemente des feinkörnig verputzten Hauses sind das weit ausladende Traufgesims, ein durchgezogenes Gesims unterhalb der Fenster des Obergeschosses, ein abstraktes Putzrelief am Erker, zwei zackig dekorierte "Schlußsteine" bei den straßenseitigen Erdgeschoßfenstern sowie Schlagläden bei 2 Obergeschoßfenstern. Bestandteil des Denkmals sind auch die Grundstückseinfassung, eine Mauer mit dekorativen Gittern, und ein Garagenanbau. Rückseitig wurde das Haus in den 1930er Jahren durch Zubau der Veranda verändert. Im Inneren des Hauses sind besonders hervorzuheben das hölzerne Treppenhaus und die stukkierte Eingangshalle.
Marienburg zählt durch die Vielzahl seiner im Verhältnis zur übrigen Stadt im Krieg weitgehend verschonten und im originalen Zustand erhaltenen Bauten zu einer der geschlossensten Villenkolonien in Deutschland und einer der im historischen Sinne besterhaltenen Gebiete der Stadt Köln. Seit der Gründung dieses Villenvorortes im späten 19. Jahrhundert haben hier in Marienburg fast ausschließlich nur bedeutende Kölner und auch andere deutsche Architekten Villen und Landhäuser errichtet, wodurch dieser Vorot gleichzeitig einer der architekturhistorisch interessantesten Wohngebiete in Köln und darüber hinaus auch in Deutschland ist. Das Haus Goethestr. 2 ist als historischer Bau ein wichtiger Bestandteil des baulichen und wegen seiner Gesamtplanung auch städtebaulichen "Ensembles Villenvorort Marienburg". Innerhalb der geschichtlichen Entwicklung Marienburgs ist der Bau u. a. deshalb von besonderem Interesse, weil er in lebendigem Kontrast die Architekturentwicklung vom Historismus zur Moderne dokumentiert. Erst durch die Vielzahl der Stile und Hausformen bei gleichzeitiger Unterordnung unter ein Gesamtbild erhält das architektonische Erscheinungsbild des Vorortes Marienburg seine spezifische Ausprägung.
Das Haus Goethestr. 2 ist in seiner Gesamtkonzeption und der Detailausführung ein Gebäude von großer künstlerischer Qualität und Bedeutung. Stilistisch gehört es - besonders ausgedrückt durch die zackige Ornamentik, die Schlußsteine und den Gartenzaun - zur Architektur des Expressionismus, die in der Zeit um 1923 ihren Höhepunkt hatte. Von dieser Architekturrichtung gibt es, bedingt durch deren kurze Dauer und die damalige schlechte Wirtschaftslage (Inflation u. a.) nur sehr wenige gebaute Beispiele. Für den Erhalt dieses Gebäudes sprechen neben den künstlerischen und wissenschaftlichen Gründen, denn als herausragendes Beipiel dieser Architekturepoche gilt diesem Haus auch das besondere Interesse der Bauforschung und Architekturgeschichte der Stadt Köln.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0