Wohnhaus

Spichernstraße 57 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4062
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Spichernstraße 57, 50672 Köln
Baujahr1914
Architekt / PlanungLeopold Schweitzer
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 13.03.1987
Stadtteil Neustadt/Nord

Der von dem Architekten Leopold Schweitzer 1914 errichtete Bau weist sich als viergeschossiges, dreiachsiges Wohnhaus aus, dem sich hofwärts ein Seitenhaus anfügt. Baugeschichtlich stellt es eine späte Variante des für Köln charakteristischen Dreifensterhauses auf L-förmigem Grundriß dar. Architektur- und Dekorformen sind vom Stil des Neuklassizismus beeinflußt. Wenngleich das Haus im Zweiten Weltkrieg Schäden (Dach-Treppenhaus) erlitt, bewahrte es dennoch die ursprüngliche Grundstruktur in Proportion, Geschoßgliederung und -höhe sowie weitgehend seinen Bauschmuck, was die Grundlage des Wiederaufbaues bildete. Als Gliederungs- und Ordnungsmittel der Straßenfassade, einer Putzfassade mit Stuckgliederung, dienen: strenge Fensteraxialität; Symmetrieordnung, wobei die Mittelachse durch flachen Risalit und Erker mit Balkonaufsatz betont wird; Dreiteilung des Aufbaues, wobei Pilaster und durchgehende Fensterrahmung das erste und zweite Obergeschoß zusammenfassen. Im Sinne des Neuklassizismus ist die Fassade zurückhaltend dekoriert: am Erker kannelierte Fensterrahmung; Rundstableisten auf den Mauerpfeilern, Betonung der Brüstungsfelder mit Kanneluren, Oval-Ornament, Pflanzenschalen-Motiv; Fensterbrüstung/Außenachsen mit rosettenbesetztem Dreifelder-Motiv.

Ortsgeschichtlich dokumentiert es die ursprüngliche Bebauung der im "Westend" gelegenen Spichernstraße im Jahre 1914. Die nach Plänen des Stadtbaumeisters Josef Stübben 1881 begonnene und bis 1914 im wesentlichen abgeschlossene Neustadt gilt in ihrer Anlage als das bedeutendste Stadtprojekt des 19. Jahrhunderts im Rheinland. Das Westend galt wegen seiner Vorzüge (Grünanlagen, breite Straßen, Vorgärten) als gehobeneres Wohnviertel, was sich auch in der Bauqualität der Häuser ausdrückte und wofür auch oben erwähntes Objekt als Beispiel anzuführen ist.

Mit den Gebäuden Nr. 59 und 1, die im Baustil ebenfalls L. Schweitzer zuzurechnen sind, korrespondiert das Haus in Architektur- und Dekorformen und bildet so mit diesen eine übereinstimmende Baugruppe innerhalb der geschlossenen historischen Straßenreihe. Über das Haus Nr. 55 und Eckhaus Gladbacher Str. 13 ergibt sich ein lückenloser Anschluß an die historischen Bauten der Gilbachstraße und Gladbacher Straße. Dieses Denkmalensemble ist das dichteste des "Westend"-Viertels. Ein weiterer Aspekt ist, das die Häuser Nr. 55 und Gilbachstr. 18 auch Werke von Schweitzer sind, geschaffen in Partnerschaft mit J. Koerfer. Für die Wahrung dieses Zusammenhanges ist das Haus Nr. 57 wichtig. Aus genannten Gründen besitzt es städtebauliche Bedeutung.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0