Wohnhaus
Gilbachstraße 18 · Neustadt/Nord
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6422 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Gilbachstraße 18, 50672 Köln |
| Baujahr | 1913 |
| Architekt / Planung | Schweitzer, Koerfer |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 16.03.1992 |
| Stadtteil | Neustadt/Nord |
Erbaut 1913, Architekten Schweitzer und Koerfer, 5 Geschosse (oberstes nach 1945 hinzugefügt), Souterrain, ausgebautes Dachgeschoß mit Gauben (ursprünglich mit flach abschließendem Zwerchhaus), 5 Achsen, flache Wandvorlage in der 1. und 5. Achse (1.-3. OG), Werksteinfassade mit Gliederungen im Stil des Neoklassizismus, Fenster teilweise original (Treppenhausfenster mit originaler farbiger Bleiverglasung), Souterrainfenster weitgehend mit orig. Gitterschutz, Haustür verändert. Rückseite verputzt, Balkone (teilweise verändert), Fenster und Balkontüren weitgehend verändert. Im Innern original erhalten: im Vestibül weitgehend Marmorboden, Marmortreppe und Messinghandlauf; im Flur teilweise Marmorboden, Marmortreppe mit Holzgeländer und Antrittspfosten, weitgehend Wandverkleidung der Sockelzone mit Marmor, teilweise Wohnungseingangstüren mit hier seitlich anschließender Wandvertäfelung aus Holz zur halben Höhe (vor Umbaumaßnahmen in den 30er Jahren ehemals Entrée), Fenster zum Lichtschacht weitgehend mit orig. farbiger Bleiverglasung, sprossierte Verglasung des Lichtschachts (Hochparterre), Deckenlampen (Metall mit Prismenglas); in den Wohnungen teilweise Terrazzo- und Fliesenboden (Küchen und Bäder), teilweise Wandvertäfelung aus Holz zur halben Höhe, weitgehend Zimmertüren mit Laibungen, einige Türen (Vorratskammern), teilweise Dekkenstuck. Bestandteil des Denkmals ist auch der rückwärtig anschließende Garten.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Die von H. J. Stübben geplante Kölner Neustadt gilt als bedeutendste Stadterweiterung des Deutschen Reiches im ausgehenden 19. Jahrhundert. Sie legt sich, den alten Wallstraßen folgend, halbkreisförmig um die Altstadt. Im Zuge ihrer Anlage ab 1881 entstand westlich der Ringe, zwischen Gladbacher- und Zülpicher Straße das sog. "Westend", ein gutbürgerliches Wohnviertel mit vornehmen Mietshäusern von meist reicher Fassadengestaltung. An der ab 1889 bebauten, in unmittelbarer Nähe zum Stadtgarten gelegenen Gilbachstraße hat sich verhältnismäßig viel von der ursprünglichen Bebauung erhalten. Das Haus Nr. 18 wurde hier 1913 nach den Plänen des auch über Köln hinaus bedeutenden Architekten Jacob Koerfer in Partnerschaft mit Leopold Schweitzer errichtet. Es bildet mit seinen zeitgleich entstandenen und von denselben Architekten konzipierten Nachbarhäusern Gilbachstraße 20 und Spichernstraße 55 ein Ensemble. Hierbei ist das o. g. Objekt vor allem mit dem die Ecksituation Gilbachstraße/Spichernstraße dominierenden Haus Nr. 55 als gestalterische Einheit beabsichtigt worden. Wie dieses verfügt das o. g. Gebäude über eine repräsentative Werksteinfassade im Stil des Neoklassizismus mit betont vertikaler Ausrichtung. Akzente setzen beim o. g. Objekt die flachen Wandvorlagen in der 1. und 5. Achse sowie die durch den portalartigen Eingang und die auf halber Geschoßhöhe angeordneten Treppenhausfenster betonte Hauseingangsachse. Das ursprünglich nur 4geschossige o. g. Gebäude hatte ehemals, ähnlich wie einige Häuser Koerfers am Ubierring, eine Mittelbetonung durch ein flach abschließendes Zwerchhaus. Das o. g. Objekt, das noch heute die gehobenen Ansprüche seiner einstigen Bewohner veranschaulicht, bewahrt trotz einiger Veränderungen das historische Erscheinungsbild an der Gilbachstraße und wird somit, auch in Bezug hierauf, zum unverzichtbaren Dokument für die Architekturentwicklung in Köln vor dem 1. Weltkrieg.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0