Wohnhaus

Merkerhofstraße 8 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4140
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Merkerhofstraße 8, 51065 Köln
Baujahrum 1910 bis 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 08.05.1987
Stadtteil Mülheim

Das Gebäude wurde um 1910 - 14 errichtet.

Baugeschichtlich bedeutend ist das 3-geschossige, traufständige Zwerchhaus von 3 Achsen als Beispiel einer Architektur des Jugendstils mit neoklassizistischen Anklängen. Die symmetrisch gestaltete Fassade erfährt eine plastische Ausformung sowohl durch den breiten Zwerchdachgiebel über einem risalitartig vorgezogenen 2. Obergeschoß als auch durch einen mit Konsolen gestützen, 1-geschossigen, geschweift polygonalen Erker mit Balustradenabschluß. Die Bauzier des Hauses ist im wesentlichen auf diesen Erker als optischen Mittelpunkt der Fassade konzentriert und besteht aus Medaillons in Rosettenform sowie girlandenähnlichen Gehängen mit flachen Voluten und Maskenstuck auf profilierten Pfeilervorlagen. Die horizontale Gliederung der Fassade bestimmen Gurtgesimse und Stockwerkgesimse mit Klotzfries in unterschiedlichem Ausmaß sowie ein Traufgesims mit abschließender Giebelrahmung.

Zwischen den Achsen des 2. Obergeschosses beleben mit Zickzackfries gerahmte Putzfelder die Fassade. Die historischen Kreustockfenster mit kleinteiliger Sprossenteilung (auch an der Rückfront des Hauses) sowie die Haustür mit schmiedeeisernem, stilisierten Blumedekor im Oberlicht vervollkommnen die ästhetische Einheit der Fassade, die als konstruktiver Teil des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes verdeutlicht.

Im Innern des Hauses ist an historischen Ausstattungssteilen noch erhalten: Terrazzoboden mit Mosaikkante, Fliesenfußboden in 4 Grautönen unterschiedlicher Größe, Marmortreppe (Vestibül), gedrechseltes umlaufendes Geländer und Holzhandlauf mit Volutenwange, Wandsockel mit Kassettenfüllungen, Heizungsverkleidungen (Metall), Podestfenster mit rhombisch geteilten Oberlichtsprossen, Deckenstuck.

Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das Wohnhaus als Beispiel für die ab 1870 einsetzende, großindustrielle Prägung der Kleinstadt Mülheim und ihre Ausdehnung über die Grenzen des alten Stadtkerns hinaus. In der Merkerhofstraße charakterisiert die Bebauung nach 1910 mit 2 - 3-geschossigen Reihenhäusern mit jeweils individueller Gestaltung ein Wohnviertel mit gehobenem Anspruch.

Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als wesentlicher Bestandteil eines in Maß und Gestaltung einheitliches Gebäudeensembles, das im Vergleich zu den modernisierten Altbauten sowie Neubauten in unmittelbarer Nähe wirken und Wandel historischer Prozesse anschaulich erlebbar macht.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0