Wohn- u. Geschäftshaus

Fürstenbergstraße 39 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7129
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Fürstenbergstraße 39, 51065 Köln
Baujahr1929
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.04.1994
Stadtteil Mülheim

1929 erbaut, Architekt: H. Voellmar (inschriftlich an Erkerkonsole zur Frankfurter Straße); Eckhaus zur Frankfurter Straße; 3 - 4 Geschosse und 1 Attikageschoß; 8 : 5 Achsen; Backsteinfassaden mit Werksteingliederungen in Anklängen an den Neoklassizismus, EG verändert (Verkleidung aus Natursteinplatten); je 1 Erker zur Frankfurter Straße in der Mittelachse (mit bekrönendem Balkon mit originalem eisernen Geländer), zur Fürstenbergstraße in der linken Achse; Hauseingang an der Fürstenbergstraße verändert mit erneuerter Haustür; Schaufenster und Ladeneingang an der Frankfurter Straße erneuert (Backsteinstürze noch vorhanden); Fenster erneuert. Rückseite: Fassade verputzt, Hoftür original, Fenster erneuert, loggienartige Austritte mit originalen Metallgeländern. Der kleine neuere Anbau ist nicht Bestandteil des Denkmals. Im Inneren original erhalten: Im Eingangsbereich ornamentierter Boden aus Ton- und Terrazzofliesen, farbige Keramikwandfliesen mit Zierkante, Decke mit schmalen Stuckunterzügen; stichbogiger Durchgang zum Treppenhaus; im Treppenhaus Bodenbelag und Treppe zum Keller mit Terrazzofliesenbelag und hölzernen Handläufen an den Wänden, Holztreppe mit gedrechseltem Geländer und Antrittspfosten (teilweise neuer Stufenbelag), auf den Absätzen farbiger Tonfliesenboden, farbige Keramikwandfliesen, Wohnungstüren erneuert (teilweise Zargen erhalten), kleiner Lastenaufzug in der Wand.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Bedeutung der Frankfurter Straße, einer alten Ausfallstraße in Richtung Südosten, war in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts deutlich gestiegen. Durch die städträumliche Ausweitung und Neustrukturierung Mülheims im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 und den Bau der Mülheimer Brücke seit 1928 entwickelte sich die Frankfurter Straße zunächst zur repräsentativen Wohnstraße und anschließend zur heutigen Hauptgeschäftsstraße. Das Haus Fürstenbergstr. 39 im Eckbereich zur Frankfurter Straße, das mit seinen Ladengeschäften im Erdgeschoß auch auf diese Straße hin ausgerichtet ist, gehört zur charakteristischen Bebauung der Ausbauzeit seit dem zweiten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts, in der viergeschossige Häuser mit repräsentativ breit angelegten Fassaden entstanden. Der zeittypisch verhältnismäßig schlicht gestaltete Backsteinbau, der 1929 nach Plänen des Mülheimer Architekten und Bauunternehmers Heinrich Völlmar errichtet wurde, dokumentiert in Nachbarschaft zum Haus Frankfurter Str. 40 die nur noch in wenigen Beispielen erhaltene historische Erstbebauung und ist deshalb unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0