Wohn- u. Geschäftshaus

Frankfurter Straße 40 · Mülheim

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7094
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Geschäftshaus
Adresse Frankfurter Straße 40, 51065 Köln
Baujahrum 1910 bis 1914
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 28.03.1994
Stadtteil Mülheim

Um 1910-14 erbaut; 4 Geschosse und ausgebautes Mansarddachgeschoß; 3 Achsen, Betonung der Mittelachse durch Erker mit bekrönendem Balkon, breiter Giebelaufsatz mit seitlich anschließenden Gauben, zusätzliche Spitzbodengauben; Putzfassade mit Gliederungen in stilistischen Anklängen an den Neuklassizismus, EG verändert; Fenster erneuert.

Rückseite: Putzfassade; Fenster erneuert; segmentbogig vortretende Loggien mit originalen eisernen Geländern in den Seitenachsen; Anbau eines Aufzugs in der mittleren Achse und ein- bis zweigeschossige rückwärtige Anbauten sind nicht Bestandteil des Denkmals.

Im Inneren original erhalten: Im Treppenhaus Reste des dreifarbigen Fliesenbodens, Terrazzotreppe mit Holzgeländer, Wohnungsabschlußtüren erneuert; in den Wohnungen teilweise Deckenstuck, offener Kamin im 1. OG.

Die im Mittelalter entstandene Ortschaft Mülheim gehörte bis zur französischen Besetzung 1795 zur Grafschaft bzw. dem Herzogtum Berg, kam 1815 zur preußischen Rheinprovinz und wurde 1914 nach Köln eingemeindet. Seit 1870 entwickelte sich die Kleinstadt Mülheim rasch zur großindustriell geprägten Mittelstadt, nachdem u. a. durch die Anlage von Eisenbahnlinien 1845 bzw. 1856-74 die Ansiedlung von Industriebetrieben am Rande des historischen Ortskerns begünstigt worden war. Der Bevölkerungszuwachs infolge des wirtschaftlichen Aufschwungs führte zur Bebauung ehemals freien Geländes mit Wohnbauten. Die Bedeutung der Frankfurter Straße, einer alten Ausfallstraße in Richtung Südosten, war in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts deutlich gestiegen. Durch die stadträumliche Ausweitung und Neustrukturierung Mülheims im Zuge der Verlagerung der Eisenbahnanlagen an die östliche Peripherie bis 1910 und den Bau der Mülheimer Brücke seit 1928 entwickelte sich die Frankfurter Straße zunächst zur repräsentativen Wohnstraße und anschließend zur heutigen Hauptgeschäftsstraße. Das Haus Nr. 40 gehört zur charakteristischen Bebauung der Ausbauzeit seit dem zweiten Jahrzehnt dieses Jahrhunderts, in der viergeschossige Häuser mit repräsentativ breit angelegten Fassaden entstanden. Bezeichnend für die baukünstlerischen Ausdrucksformen der Bauzeit sind die aufwendigen Gliederungen der Fassade mit Elementen des Neuklassizismus, die sich besonders am vorkragenden Dachgesims, von kolossalen Pilastern getragen, konzentrieren. Dabei verdient auch der Fassadenputz, der in Nachahmung von Werksteinmaterial auf repräsentative Wirkung zielt, besondere Beachtung. Als Dokument der gerade in der Frankfurter Straße nur noch in wenigen Beispielen erhaltenen historischen Erstbebauung ist das o. g. Objekt deshalb unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0