Wohnhaus

Allerheiligenstraße 18 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4161
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Allerheiligenstraße 18, 50668 Köln
Baujahr1944 bis 1954
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 27.05.1987
Stadtteil Altstadt/Nord

Das Wohnhaus wurde um 1949 errichtet. Baugeschichtlich ist das traufständige 3-geschossige Eckgelände zur Domstraße bedeutend, weil es die Kehrtrichtung, Proportionen und Baumasse, sowie die Ausstattung der Erstbebauung des Ortes bewahrt. Bis 1938 stand an der Stelle des heutigen Wohnhauses ebenfalls ein 3-geschossiges spätklassizistisches Mietshaus mit polygonalem Grundriß, das sich mit 4 Achsen in die Domstraße, mit 3 Achsen in die Allerheiligenstraße hineinstreckte. Durch Abstand der beiden Seiten von der Eingangsachse, regelmäßigen Fensterrhythmus und Rahmeneinschnitte in der schlichten Putzfassade und schließlich durch die Wohnungsgrundrisse, hebt das sonst typische Bauprodukt der ersten Etappe des Wiederaufbaus nach dem 2. Weltkrieg, die urbanistischen Bezüge des Ortes auf. Auch die Baumasse und -höhe, die uns durch die Aufstockung des Dachstuhls mit Satteldach und Mansardwohnungen geändert ist, bewahrt die geschichtliche Erinnerung an die nicht mehr existierenden Bauten. Die Ausrüstung des Neubaus durch die elegante Treppe und Foyer als wichtiges Gestaltungsmotiv, klare Raumdispositionen der bescheidenen Wohnungen, die schlichte funktionelle Formen, sowie die gute Qualität des Baumaterials und -arbeit, weisen schon an die ankommenden 50er Jahre hin.

Ortsgeschichtlich ist das o. g. Wohnhaus bedeutend, weil es, in seiner Weise die Spuren der wechselhaften Ansiedlung der Gegend bezeugt. Schon im 16. Jahrhundert hieß die Ortschaft zwischen Maximinenstraße und Machabäerstraße "Voir all heilighen". Sie beherbergte die Allerheiligenkapelle eines Konvents für kranke Beginen. Die an die Allerheiligenstraße angrenzende und von Norden zum Dom führende Durchgangsachse der Domstraße entstand viel später, ungefähr in den 40er Jahren des 19. Jahrhunderts, als der Botanische Garten des Jesuitenklosters zugunsten des Eisenbahngeländes (heute: Hauptbahnhof von Köln), geopfert wurde. Zur Zeit ist die Gegend mit Objekten unterschiedlicher Funktion und Intention besiedelt und hat so einen gemischten und uneinheitlichen Charakter, das der unmittelbaren Nähe zum Dom und anderen Hauptdominanten der Stadt teilweise widerspricht.

Städtebaulich ist das o. g. Objekt, wie angedeutet, wichtig, weil es die ursprüngliche Bauproportionen und Ausstattung der hier stehenden Häuser bewahrt und eine topographische klar lesbare und geschichtlich begründbare Straßenflucht zeichnet.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0