Wohnhaus

Jakordenstraße 6 · Altstadt/Süd

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_1354
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Jakordenstraße 6, 50668 Köln
Baujahrum 1860
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 11.03.1983
Stadtteil Altstadt/Süd

Das Haus ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in der Kölner Altstadt. Um die Mitte des 19. Jahrhunderts entstanden, nachdem das Straßennetz seit dem Spätmittelalter nahezu unverändert geblieben war, in Köln 48 neue Straßen. Erst in dieser Zeit auch entstand die dichte Bebauung der Kölner Altstadt. Den neu angelegten Straßenzügen nördlich des Doms ist auch die Jakordenstraße zuzurechnen. Gewöhnlich wurden in der Altstadt Drei- und Vierfensterhäuser errichtet, eine Ausnahme bilden stattlichere Bauten für finanzkräftige Auftraggeber. Zu den selteneren, aufwendigen, schon durch Geschoßhöhe und Ausmaße hervorgehobenen Wohnbauten zählt auch das vorliegende Objekt, das der Geheime Regierungsrat E. Hachner bewohnte.

Der dreigeschossige, fünfachsige Bau zeigt eine klassizistische Fassadengliederung mit einem strengen, antikisierenden Stuckdekor. Über einer mit Gesimsen gegliederten Sockelzone ist das Hochparterre mit breitem, horizontalen Fugenschnitt versehen. Das erste und zweite Obergeschoß sind glatt verputzt und erhalten einen vornehmen Akzent durch die überaus feinen Fenstereinfassungen und -bekrönungen. Im ersten Obergeschoß sind die Fensterbrüstungen mit einer achssymmetrischen Akanthus-Ranke verziert, als Fensterbekrönung ist ein vorragendes Gesims über Konsolen angelegt, das von einem Anthemion-Fries geschmückt ist. Im zweiten Obergeschoß sind die Gesimse oberhalb der Fenster weniger ausladend gehalten als im ersten Obergeschoß. Sie sind mit einem PalmettenFries verziert. Ein Kranzgesims mit Okuli im Fries schließt den Bau nach oben ab. Einen besonderen Akzent der Fassade bildet der kräftig profilierte Eingangsbogen.

Auf die herrschaftliche Fassadengestaltung ist die Ausstattung im Inneren des Hauses stilistisch abgestimmt. Der Eingangsflur mit einer zum Hochparterre führenden Steintreppe ist an Wänden und Decke sehr reich mit Stuck verziert. Ein kunstvoll gegossenes Eisengeländer begleitet die Treppe. Eine Pilaster-Gliederung mit dazwischen liegenden, von Lanzett-Friesen gerahmten Stuckplatten als Wandgliederung korrespondiert mit einer Stuckdecke mit drei verschiedenen, dekorativen Rahmenfriesen (a: Lanzettfries, b: Palmettenfries, c: Lorbeerfries). Die Gestaltung des Treppenhauses, der Zimmertüren und Stuckdecken, der Fensterrahmen mit Innenläden entspricht in ihrem Anspruch dem übrigen Wohnniveau der künstlerischen Gestaltung.

Besonders hervorzuheben sind der zur Gartenseite hin gelegene Balkon mit antikisierenden Pfeilen aus Gußeisen und einem kunstvollen Schmiedeeisen-Geländer sowie die mit reichem, antikisierenden Schnitzwerk versehene Eingangstüre.

Zusammen mit dem Mietstockwerkhaus Jakordenstraße 8 bildet das Gebäude ein Ensemble, das die beiden bedeutendsten Wohnhaustypen der Kölner Altstadt herausragender, individueller Qualität dokumentiert.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0