Wohn- u. Geschäftshaus
Berliner Straße 65 · Mülheim
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_6149 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Berliner Straße 65, 51063 Köln |
| Baujahr | 1898 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 21.08.1991 |
| Stadtteil | Mülheim |
1898 erbaut; 4 Geschosse, 4 Achsen, Backsteinfassade mit Stuckgliederungen im Stil der Renaissance. Dachzone verändert, Haustür verändert, Fenster erneuert und Gliederung verändert.
Im Innern original erhalten: im Flur ornamentierter Fliesenfußboden, Deckenstuck (auch am Sturz) und Rest einer Wandmalerei (Blumenmotiv), Holztreppe mit gedrechselten Stäben und Antrittspfosten, vereinzelt Wohnungseingangstüren, Zimmertüren mit Laibungen, Zwischentüren zu den Aborten, Stuckdecken in den Wohnungen, Dielenfußböden.
Rückseite: backsteinsichtig, seitlicher Anbau, Fenster teilweise original.
Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch künstlerische, wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:
Mülheim, bis 1914 selbständige Stadt, hatte sich im 19. Jahrhundert von einer Gewerbestadt zu einem industriellen Vorort Kölns entwickelt. Als Folge dieser Industrialisierung erlebte Mülheim einen wirtschaftlichen Aufschwung und einen Bevölkerungszuwachs, der zur schnellen Bebauung des bis dahin freien Geländes entlang der Hauptstraßen und in der Nähe neuer Industrieanlagen führte.
Die Berliner Straße, als verkehrsreiche Ausfallstraße vom Clevischen Ring über die Bahnschienen hinweg in Richtung Dünnwald verlaufend, ist durch zahlreiche Wohnhäuser aus dieser Mülheimer Stadterweiterung geprägt.
Innerhalb der Berliner Straße, die für Mülheimer und auch Kölner Verhältnisse eine außerordentliche Dichte an historischer Bausubstanz aufweist, trägt obiges Haus auch wesentlich zur Veranschaulichung der baulichen Entwicklung dieses bedeutenden Straßenzuges bei.
Das Wohn- und Geschäftshaus Nr. 65 ist ein qualitätvoller Bestandteil einer um 1898 errichteten historischen Gebäudegruppe Nr. 61-67, deren aufwendig im Stil der Renaissance stuckdekorierten und erkerlosen Fassaden miteinander korrespondieren. Die reiche Innenausstattung (Rest einer Wandmalerei im Flur, üppige Stuckdecken) spiegeln darüber hinaus den Reichtum und den architektonischen Anspruch des damaligen Bauherrn wider.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0