Wohn- u. Geschäftshaus
Bertramstraße 10 · Kalk
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4253 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohn- u. Geschäftshaus |
| Adresse | Bertramstraße 10, 51103 Köln |
| Baujahr | um 1905 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 13.08.1987 |
| Stadtteil | Kalk |
Das Gebäude wurde um 1905 errichtet. Baugeschichtlich bedeutend ist das 3-geschossige walmgedeckte Eckhaus von 5:4 Achsen mit seiner backsteingegliederten Stuckfassade als Beispiel einer mit Stilzitaten der Renaissance versehenen Architektur um die Jahrhundertwende. Die Fassaden sind gegliedert durch Gurtgesims, doppeltes Traufgesims mit Würfelfries, Fenstersohlbänke und profilierte Fensterverdachungen als Segmentbögen (im 3. Geschoß) und als Dreieckgiebel (im 2. Geschoß). Die Rahmung der Fenster mit schlicht gehaltenen Fensterbrüstungsfeldern sowie mit Kartuschen und von Festons flankierten Masken dekorierten Fensterbekrönungsfeldern belebt und akzentuiert die Fassade in vertikaler Richtung. Die beiden Außenachsen der Fassaden werden durch jeweils 2 flache Risalite im Fugenschnitt betont. Ein breiter Fugenschnitt akzentuiert im EG die abgeschrägte Ecke mit Eingangstür zur Gaststätte sowie auch die Portalzone auf der Bertramstraße. Die Fenster im 2. Geschoß sind noch in der originalen Substanz mit Kapitellabschluß und Klötzchenfries erhalten. Obwohl der Eckbereich ab 2. Geschoß verändert wurde, verdeutlichen die Fassaden als konstruktive Teile des Hauskerns Proportion, Geschoßgliederung und Höhe des Gebäudes.
Von ortsgeschichtlicher Bedeutung ist das Wohn- und Geschäftshaus, da es den sprunghaften Ausbau dieses industriellen Vorortes nach der Jahrhundertwende dokumentiert. Nach der Ansiedlung von großen Industrieanlagen Mitte des 19. Jahrhunderts entwickelte sich Kalk (1877) zu einer selbständigen Stadt. Der wirtschaftliche Aufschwung führte zu einer immer intensiveren Bebauung der bisher freien Gelände in der Nähe der Industrieanlagen und entlang der Kalker Hauptstraße, vor allem mit Wohnhäusern für Arbeiter und Angestellte der umliegenden Industrie.
Städtebaulich bedeutend ist das Objekt als wesentlicher Bestandteil eines historischen Straßenensembles mit den Hausnummern 3 - 9, 11 und 13. Als Eckhaus leitet es über zu den historischen Bauten in der Engelstraße und beschreibt in Verbindung mit der Josephskirche schräg gegenüber und den anderen anliegenden Baudenkmälern eine historische Platzsituation.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0