Wohnhaus
Salierring 41 · Neustadt/Süd
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_4264 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Salierring 41, 50677 Köln |
| Baujahr | 1787 bis 1788 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 27.08.1987 |
| Stadtteil | Neustadt/Süd |
Das im Jahre 1787 - 88 erbaute Mietsstockwerkgebäude besitzt eine außerordentlich wertvolle gründerzeitliche Fassade aus reich ornamentiertem Werkstein. Die dreiachsige Ansicht ist im Stil der deutschen Neorenaissance mit einem kräftig rustizierten Sockelgeschoß und Souterrain ausgestattet, darüber erheben sich zwei axsial ausgerichtete Obergeschosse, von denen das untere mit einem reich geschmückten Erker das obere mit einem Balkon mit schönen schmiedeeisernen Gittern geschmückt wird. Das darüberliegende niedrigere Attikageschoß wurde anscheinend noch um die Jahrhundertwende, das Dachgeschoß schließlich in den 50er Jahren dieses Jahrhunderts ausgebaut. Im Inneren sind vom Ausbau des einstmals hochherrschaftlichen Anwesens noch bedeutende Reste erhalten geblieben. So die Differenzstufen in weißem Marmor, die hohen Füllungstüren mit Rahmen, vor allem jedoch die reich geschmückte Haustüre und die Holztreppe mit Holzgeländer. Die Decken sind teilweise abgehängt und lassen darunterliegende Stuckdecken vermuten. Die Fenster sind noch teilweise original erhalten.
Das Haus Salierring 41 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Neustadt, die ab 1881 nach Plänen des Kölner Baumeisters Josef Stübben anstelle der alten Mauer und Wallanlagen errichtet wurde. Die sich halbkreisförmig um die "Altstadt" ziehende Bauzone ist im Wohnwert und städtebaulichem Standard stark differenziert und wird durch die sogenannten "Ringe" verbunden. Die Differenzierung wurde durch die gestalterische Verwendung öffentlicher Bauten wie Kirchen, Opernhaus und Plätze unterstrichen, auch die Lage am Volksgarten einerseits oder am Bahnhof andererseits bestimmen Anspruch und Stil der gründerzeitlichen Wohnhäuser. Die durchweg privaten Mietshäuser wurden in der Zeit bis 1914 durch den starken Wirtschaftsaufschwung finanziert, der durch die Industrialisierung der Rheinlande nach der Eingliederung nach Preußen einsetzte. Für die Nutzung und Erhaltung des Objektes sprechen architektonische und kunsthistorische und städtebauliche Gründe.
Städtebaulich ist das Objekt als eines der letzten erhaltenen reichen Bürgerhäuser der Erstbebauung des Salierringes für Köln unverzichtbar. Die reiche Fassade aus der Hochzeit der Historismus ist maßstabbildend und zusammen mit den einfacheren jedoch ebenfalls historischen Hausnummern 39 (Nr. 37 wurde leider in der Fassade verödet) ein kunsthistorisches Denkmal von besonderem Wert.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0