Wohn- u. Atelierhaus

Belvederestraße 79 · Müngersdorf

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4294
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohn- u. Atelierhaus
Adresse Belvederestraße 79, 50933 Köln
Baujahr1929
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 05.10.1987
Stadtteil Müngersdorf

Errichtet wurde das 2-geschossige Wohnhaus mit Atelier, ein Flachdachbau mit schräg ansteigendem Dach, im Jahre 1929 nach entwürfen des bekannten Kölner Architekten Theodor M. Merrill. In seiner kubischen Formensprache ist das Haus ganz dem "Internationalen Stil", also der Architektur des Bauhauses, verpflichtet. Bauherr des Hauses war die hier bis zuletzt wohnhafte und künstlerisch tätige Bildhauerin Hildegard Domizlaff. Sie hat dieses Haus ohne jegliche Änderungen so der Nachwelt überlassen, wie es im Jahre 1929 gebaut wurde. Somit zählt das Haus Domizlaff zu den ganz wenigen Beispielen einer völlig originalen Architektur im "Internationalen Stil" der 20er Jahre, die sich im stark kriegszerstörten Köln erhalten hat. Erhalten haben sich z. B. der gesamte Grundriß, die Türen einschließlich der Beschläge, der Außenputz sowie ganz einmalig in Köln die Fenster in ihrer ursprünglichen Farbigkeit (mit einem Rot abgesetzt).

Das Haus Domizlaff ist aus mehreren Gründen ein Baudenkmal gemäß Denkmalschutzgesetz. Ortshistorische, historische und wissenschaftliche Gründe sind alleine in der Tatsache gegeben, daß hier in diesem Haus eine bedeutende Kölner Künstlerin Zeit ihres Lebens gewohnt und gewirkt hat. Die Architektur des Hauses, der avantgardistische "Internationale Stil" im Sinne des Bauhauses, dokumentiert darüber hinaus die Sinneshaltung der Künstlerin, ihre Verbundenheit zu der Avantgarde der 20er Jahre, aus der heraus sie ihr Schaffen begann und deren Richtlinien sie in ihrem ganzen Leben treu geblieben ist.

Historische, ortshistorische, städtebauliche, künstlerische und wissenschaftliche Gründe als Kriterien für den Denkmalschutz des Hauses Domizlaff ergeben sich dann aber auch alleine aus der Architektur des Hauses, das nach dem Entwurf eines der bedeutendsten Kölner Architekten der 20er Jahre errichtet wurde. Von Theodor M. Merrill stammen zahlreiche Villen und Wohnhäuser in Marienburg und im Hahnwald sowie auch außerhalb von Köln, Kirchen, Siedlungen, Industriebauten u. a. von großer Bedeutung in seinem Werk sind die Bauten im englischen Landhausstil sowie die relativ wenigen im "Internationalen Stil" wie das Haus Prof. Seewald in Rodenkirchen, sein eigenes Wohnhaus im Hahnwald, die evangelische Kirche in Zollstock, die Zeche Königsgrube in Bochum und eben dieses Haus Domizlaff in Müngersdorf. Das Haus Domizlaff zählt in seiner avantgardistischen Architekturauffassung zu den wenigen Beispielen des "Internationalen Stils" in Köln, vergleichbar mit den Siedlungen Zollstock, Weiße Stadt und Blauer Hof von Wilhlem Riphahn, den Wohnhäusern von Hans Schumacher, Theodor M. Merrill und Josef Op Gen Oorth in Rodenkirchen (Uferstraße/Im Park) und dem Dischhaus von Bruno Paul. Aus diesen Gründen besteht auch das große wissenschaftliche Interesse, das Interesse an der Erforschung dieser bedeutenden Bauepoche.

Städtebauliche und ortshistorische Gründe beziehen sich vor allem auch auf die Situation in Müngersdorf, wo das Haus inmitten einer Vielzahl anderer Häuser von bedeutenden Kölner Architekten und Künstlern steht, den Privathäusern von Wilhelm Riphahn, O. M. Ungers, Rudolf Schwarz, Gerhard Marcks, Heinrich Böll u. a. - eine einmalige Situation einer "Künstler-Kolonie" in Köln.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0