Verwaltungsbegäude

Theodor-Heuss-Ring 11 · Neustadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_6395
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungVerwaltungsbegäude
Adresse Theodor-Heuss-Ring 11, 50668 Köln
Baujahr1947 bis 1957
Architekt / PlanungHermann von Berg, Hanns Koerfer
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 03.02.1992
Stadtteil Neustadt/Nord

Um 1952 erbaut; Architekten Hermann von Berg u. Hanns Koerfer. 4 Geschosse (das 3. OG leicht zurückgesetzt und weniger breit, mit flankierenden Terrassen und allseitig auskragender Dachplatte); Souterrain. Leicht geschwungene Natursteinfassade (Muschelkalk) mit sparsamen Gliederungen (Profile, Gesimse). Drei Eingänge in der Gebäudemitte (Türen bzw. Verglasung erneuert), mit Freitreppe und zwei Laternen; Fenster und Fenstertüren erneuert, Fenstertüren durch Fenster ersetzt unter Beibehaltung der originalen schmiedeeisernen Brüstungsgitter. Im Innern erhaltenswert: in der Eingangshalle Marmorboden und -stufen, etwas Deckenstuck (Randprofile und Einfassungen der Deckenlampen); Haupttreppe mit Marmorstufen, schmiedeeisernem Geländer und Messinghandlauf; in der Treppenhalle im 1. OG der Marmorboden, Korridorabschlüsse. Gestaltete Grünanlage, zum Theodor-Heuss-Ring Begrenzungsmauer mit Gitter und Toren. Nicht zum Denkmal gehören: die um 1967, in den 70er und in den 80er Jahren errichteten An- und Erweiterungsbauten.

Das o. g. Objekt ist ein Baudenkmal im Sinne des § 2 Abs. 1 und 2 des Denkmalschutzgesetzes (DSchG NW). Das für die Qualifizierung als Baudenkmal notwendige öffentliche Interesse ist gegeben, da dieses Denkmal sowohl bedeutend für die Geschichte des Menschen und für Städte und Siedlungen ist, als auch wissenschaftliche und städtebauliche Gründe für seine Erhaltung und Nutzung vorliegen. Das ergibt sich aus Folgendem:

Die 50er Jahre, die erste Wiederaufbauphase nach den Zerstörungen des Zweiten Weltkrieges, rücken als inzwischen abgeschlossene Architekturepoche immer mehr in das Interesse der Allgemeinheit. Aus dieser Zeit verfügt gerade Köln über eine Anzahl Bauten oder Baukomplexe von hoher baukünstlerischer Qualität, zu denen auch das o. g. Gebäude gezählt werden kann. Es ist wichtiger Bestandteil einer Gruppe markanter Großbauten, die die Nordseite des Theodor-Heuss-Rings entscheidend prägen, und wurde nach Plänen von Hermann von Berg und Hanns Koerfer errichtet. Berg war einer der letzten Klassizisten dieser Stilphase. Seine Aufgabe war es, einen Bau zu entwerfen, der in seiner Raumentwicklung und Architektur die Würde der Gesellschaft, bei der es sich um das älteste Unternehmen dieser Art auf der Welt handelt, zum Ausdruck bringt und daher unter Berücksichtigung aller neuzeitlichen Gedanken möglichst nicht einen zeitgebundenen Eindruck erweckt. Ergebnis ist ein weit hinter die Straßenflucht gerücktes und vom Ring durch eine Gartenanlage und eine Begrenzungsmauer mit Gitter abgesetztes, repräsentatives Gebäude, dessen Fassade entsprechend der leichten Krümmung des Rings mit einer kaum faßbaren Bogenführung ausgestattet ist, die durch den Halbkreis des in die Grünanlage integrierten Fahrwegs und die geschwungene Freitreppe vor der Gebäudemitte ergänzt wird, und das in seiner sachlichen und formklaren Gliederung einen markanten Kontrast zu den Nachbarbauten bildet. Hier wird die traditionellere Variante der 50er Jahre-Architektur, die vielerorts schon bald durch die zeittypischen Rasterfassaden abgelöst wurde, in anschaulicher Weise verständlich gemacht. Als Beispiel für das Werk der Architekten Hermann von Berg und Hanns Koerfer sowie als Beleg für die Bau- und Gestaltungsauffassung dieser Stilepoche wird es daher zu einem unverzichtbaren Dokument.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0