Wohnhaus

Bayenthalgürtel 34 · Bayenthal

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4382
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Bayenthalgürtel 34, 50968 Köln
Baujahr1924 bis 1925
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.12.1987
Stadtteil Bayenthal

Der plastisch differenzierte Baukörper der Doppelvilla wurde 1924/25 vom Architekten Bruno Paul auf polygonalem Grundriß errichtet. Von einem flach geneigten Walmdach mit breitem Dachüberstand eingedeckt, auf dem sich eine lang gestreckte verschieferte Gaupe befindet, weist das zweigeschossige Hauptgebäude sechs Fensterachsen auf, in denen die Fenster im EG fast bis zum Boden reichen. Die Backsteinfassade im Kreuzverband enthält spitzwinklige Mauerwerksornamente über den Fenstern im EG, die sich als Sägezahnfries nach rechts an dem zur Straßenfront auskragenden Wintergarten fortsetzen. Auf der linken Seite befindet sich die originale schmiedeeiserne Abschlußtür des Wintergartens, auf dessen anderer Seite an dem etwas zurückgesetzten, zweigeschossigen Seitentrakt der überdachte Hauseingang liegt. Diese zum Garten gerichtete Seitenfassade besitzt drei Fensterachsen, deren Mittelachse durch die verschieferte Gaupe fortgesetzt wird.

Zur Goltsteinstr. 191 - ebenfalls mit Wintergarten am Schnittpunkt Bayenthalgürtel - treten die Fenster dreieckig aus dem kubischen Baukörper heraus und stellen eine plastische Bereicherung des Bauvolumens dar, das der auf Einklang von Form und Konstruktion abzielenden Architektursprache des Bauhauses verpflichtet ist.

Das Haus Bayenthalgürtel 34 ist bedeutend für die Geschichte der Menschen in Köln-Bayenthal, da es die Geschichte der Besiedlung dieses Ortes dokumentiert. Der südlich der ehemaligen preußischen Umwallung von 1888 gelegene Industrievorort ist seit 1860 mit der Niederlassung der Maschinenfabrik BAMA entstanden und nach der Bebauung des ehemaligen Fabrikgeländes mit Wohnhochhäusern durch seine Nähe zum Rhein und zum Villenvorort Marienburg als Wohngebiet erheblich aufgewertet worden.

Städtebaulich ist die Doppelvilla als einziges vom Architekten Bruno Paul entworfenen Wohngebäude in Köln von besonderer Bedeutung. In Köln hat der Berliner Architekt das Dischhaus und einige Gebäude der Werkbundausstellung 1914 geplant, wobei letztere schon kurz nach dem 1. Weltkrieg abgerissen wurden. Zum Bayenthalgürtel wie zur Goltsteinstraße ist die Villa durch die Mauereinfriedung etwas verdeckt. Das für die niederrheinische Landschaft typische Backsteinmauerwerk, prägt das Bild dieses um 1910 erschlossenen Stadtteiles, der hier weitgehend den Wohncharakter Marienburgs aufweist. Als besonders wertvolles Baudenkmal ist das Gebäude für Köln unverzichtbar.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0