Teil einer Doppelvilla

Bayenthalgürtel 28 · Marienburg

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_7924
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungTeil einer Doppelvilla
Adresse Bayenthalgürtel 28, 50968 Köln
Baujahr1922
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 01.08.1996
Stadtteil Marienburg

Erbaut 1922, Architekt: Robert Stern; Bauherr: Louis Kaufmann; rechte Hälfte der zweigeschossigen Doppelvilla Nr. 28-30; Putzfassaden mit sparsamen, am Expressionismus orientiertem Stuckdekor.

Straßenfront: 3 Achsen; ausgebautes, einseitig abgewalmtes Dach; Risalit mit abgeschrägten Seiten und Dachhaus (flaches Walmdach); Fenster komplett erneuert (Kunststoff); Gaube in der Substanz original; originale Fenstervergitterung des ovalen Fensters (EG rechts); Schlagläden entfernt.

Seitenfront: höher gelegener Hauseingang (Bodenfliesen im Eingangsbereich erneuert; Dach- und Seitenabdeckung aus Well-Skobalit nicht Bestandteil des Denkmals); überkragendes Walmdach mit breitgelagerter, vierfenstriger Gaube mit Flachdach; Fenster erneuert (Kunststoff), Eingangstür/seitliche Fenstervergitterung original.

Rückfront: 3 Achsen; im EG links Terrasse (Geländer erneuert); Balkon im OG (Geländer erneuert); DG mit schmalem Balkon mit Brüstung; Fenster/Fenstertüren erneuert (Kunststoff).

Innen original: Treppenhaus: wabenförmige rote Bodenfliesen im Eingangsbereich; schwarz-weiße Bodenfliesen im Kellerzugangsbereich; zweiflüglige Zwischentür Eingang/Treppenraum; hölzerne Treppenanlage (neue Krümmlinge wegen nachträglichem Richtungswechsel der Treppe durch Schaffung separater Wohneinheiten; Treppe ins DG erneuert); Keller: Kellerabschlußtür und -treppe mit Holzgeländer; Kellertüren; 2 Kellerfenster mit Beschlägen; Wohnungen: EG: Grundriß (außer Badezimmereinbau); Parkettboden im großen Gartenzimmer und beiden Straßenzimmern; Fußleisten; ein Straßenzimmer mit Kamin (hölzerne Rahmung: seitlich pilastergerahmt, Sturz mit floralem Fries; Deckplatte aus Marmor; metallene Schiebeabdeckung frontseitig); Stuckkehlen, bzw. -leisten in den Wohnräumen; Heizkörper; 2 verglaste Zimmertüren mit Rahmen/Laibungen; 2 Wandregale im Gartenzimmer; OG: Grundriß durch Einbau einer Küche (ursprünglich Einfamilienhaus) und Abtrennung vom Treppenraum leicht verändert; Heizkörper.

Veränderungen: gesamtes Gebäude 1991 neu verputzt; straßenseitig sind das Sohlbankgesims des Dachaufbaus und die leicht profilierte Sturzlinie im OG entfernt worden; seitliche Gaube war ursprünglich übergiebelt, nach Kriegsschaden mit Flachdach wiederaufgebaut; seitlicher Lieferanteneingang nachträglich geschlossen; Aufstockung des rückwärtigen Anbaus nach dem Krieg (ursprüngliche Bedachung durch Flachdach ersetzt); OG/DG im Krieg ausgebrannt, DG nachträglich zu Wohnraum ausgebaut.

Bestandteil des Denkmals sind auch die rückwärtige Gartenanlage und der schmale Vorgarten. Die Garage ist nicht Bestandteil des Denkmals.

Der südlich der ehemaligen preußischen Umwallung gelegene Vorort Bayenthal ist seit 1856 mit der Niederlassung der Firma BAMAG entstanden. Der ältere Teilbereich um Goltstein- und Alteburger Straße ist auch heute noch geprägt von den verschiedensten Industriebetrieben sowie von der für die Arbeiter errichteten gründerzeitlichen Stockwerkbebauung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes, der Bayenthal strukturell mit Marienburg verbindet, eine neue konträre Entwicklung eingeleitet: im südlichen Teilbereich entstanden in Grün eingebettete Einfamilienhäuser; am Bayenthalgürtel, der die Grenze zwischen Marienburg und Bayenthal bildet, wurde die villenartige Bebauung Marienburgs fortgesetzt.

O. g. Objekt, das mit dem Nachbarhaus Nr. 30 eine konstruktive und gestalterische Einheit bildet, ist integraler Bestandteil dieses noch in weiten Teilen erhaltenen Straßenensembles Bayenthalgürtel. Da die Bebauung im wesentlichen aus den 20er Jahren dieses Jahrhunderts stammt, ist die Architekturentwicklung dieser Zeit mit ihren verschiedenen Stilströmungen hier beispielhaft ablesbar. Dazu trägt auch o. g. Objekt bei, das stilistisch eine Synthese aus traditionellen Formen - in Kubatur und Aufbau mit Walmdach, Risalit und Dachhaus - und zeitgenössischen Stilelementen - expressionistischem Stuckdekor, die Horizontale betonende Gesimse - darstellt. Die umgebende Gartenanlage gehört bei dem villenartig angelegten Doppelhaus als wesentliches Merkmal zum Typus der Gesamtanlage, zumal auch die Umgebung - der Bayenthalgürtel wurde als Alleestraße angelegt - durch starke Begrünung geprägt wird. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung von Bayenthal sowie als Beleg für die Gestaltungsvielfalt der stadtteilspezifischen Architektur zu Beginn der 20er Jahre wird das Wohnhaus mit der umgebenden Gartenanlage - vor allem auch im Hinblick auf das Straßenensemble Bayenthalgürtel - zu einem unverzichtbaren Objekt.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0