Wohnhaus
Bayenthalgürtel 30 · Bayenthal
| Baudenkmalnummer | DE_05315000_A_0839 |
|---|---|
| Typ | Gebäude-Denkmal |
| Bezeichnung | Wohnhaus |
| Adresse | Bayenthalgürtel 30, 50968 Köln |
| Baujahr | um 1920 |
| Eigentum | privates Eigentum |
| Eingetragen seit | 03.12.1981 |
| Stadtteil | Bayenthal |
Erbaut um 1920, linke Hälfte des Doppelhauses Nr. 28-30; 2 Geschosse, 3 Achsen; Putzfassade mit sparsamem expressionistischen Stuckdekor; Risalit mit abgeschrägten Seiten und Dachhaus (flaches Walmdach) auf der Außenachse; Seitenfassade mit höher gelegenem Hauseingang; überkragendes Walmdach mit (z. T. nachträglich erweiterten) Gauben.
Rückfront mit 2 Balkonen und Terrasse im 1. OG. Fenster größtenteils verändert. Im Inneren original erhalten: Holztreppe.
Bestandteil des Denkmals ist auch die rückwärtige Gartenanlage, der schmale Vorgarten, die zeitgenössische Einfriedung sowie die mit einem Tordurchgang verbundene Garage.
Der südlich der ehemaligen preußischen Umwallung gelegene Vorort Bayenthal ist seit 1856 mit der Niederlassung der Firma BAMAG entstanden. Der ältere Teilbereich um Goltstein- und Alteburger Straße ist auch heute noch geprägt von den verschiedensten Industriebetrieben sowie von der für die Arbeiter errichteten gründerzeitlichen Stockwerkbebauung. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts wurde durch die Aufstellung eines Bebauungsplanes, der Bayenthal strukturell mit Marienburg verbindet, eine neue konträre Entwicklung eingeleitet: im südlichen Teilbereich entstanden in Grün eingebettete Einfamilienhäuser; am Bayenthalgürtel, der die Grenze zwischen Marienburg und Bayenthal bildet, wurde die villenartige Bebauung Marienburgs fortgesetzt. O. g. Objekt, das mit dem Nachbarhaus Nr. 28 eine konstruktive und gestalterische Einheit bildet, ist integraler Bestandteil dieses noch in weiten Teilen erhaltenen Straßenensembles Bayenthalgürtel. Da die Bebauung im wesentlichen aus den 20er Jahren dieses Jahrhunderts stammt, ist die Architekturentwicklung dieser Zeit mit ihren verschiedenen Stilströmungen hier beispielhaft ablesbar. Dazu trägt auch o. g. Objekt bei, das stilistisch eine Synthese aus traditionellen Formen - in Kubatur und Aufbau mit Walmdach, Risalit und Dachhaus - und zeitgenössischen Stilelementen - expressionistischem Stuckdekor, die Horizontale betonende Gesimse - darstellt. Die umgebende Gartenanlage gehört bei dem villenartig angelegten Doppelhaus als wesentliches Merkmal zum Typus der Gesamtanlage, zumal auch die Umgebung - der Bayenthalgürtel wurde als Alleestraße angelegt - durch starke Begrünung geprägt wird. Als Hinweis auf die sozialgeschichtliche und architektonische Entwicklung von Bayenthal sowie als Beleg für die Gestaltungsvielfalt der stadtteilspezifischen Architektur zu Beginn der 20er Jahre wird das Wohnhaus mit der umgebenden Gartenanlage - vor allem auch im Hinblick auf das Straßenensemble Bayenthalgürtel - zu einem unverzichtbaren Objekt.
Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0