Wohnhaus

Machabäerstraße 56 · Altstadt/Nord

Baudenkmalnummer DE_05315000_A_4390
Typ Gebäude-Denkmal
BezeichnungWohnhaus
Adresse Machabäerstraße 56, 50668 Köln
Baujahr1896
Architekt / PlanungKyllmann, Heyden
Eigentumprivates Eigentum
Eingetragen seit 21.12.1987
Stadtteil Altstadt/Nord

Das laut inschriftlicher Datierung 1869 erbaute Wohnhaus ist wohl das einzige noch erhaltene historistische Gebäude Kölns mit originaler Sgrafittibemalung auf der Fassade. Das 3-geschossige, 3-achsige Gebäude ist im Stil der italienischen Renaissance errichtet. Es ist geschoßweise unterteilt, wobei die Architekten Kyllmann und Heyden (oder Hermann Pflaume d.Ä.) mit relativ einfachen Mitteln - Rustizierung im Erdgeschoß, Ädikula-Fenstereinrahmung im 1. Obergeschoß, dazwischen figürliche Tondi und Sgrafittofelder, mittig ein Balkon, und schließlich Halbsäulenvorlagen im 2. Obergeschoß, - eine noble und zugleich ausgewogene Wirkung erzielten. In der Gestaltung des obersten Geschosses ist der Einfluß des preußischen Klassizismus in der Nachfolge Schinkels unverkennbar. Über der sgrafittiverzierten Attika ist ein weiteres Geschoß sichtbar, das allerdings aus der Nachkriegszeit stammt.

An der Fassade ist gelblicher Sandstein verwendet. Die reich ornamentierte Haustüre ist original vorhanden. Die Fenster wurden, dem Original angenährt, erneuert. Restaurierung der Fassade 1998.

Im Innern zeigt die Eingangshalle mit Differenzstufen aus schwarzweißem Marmor, gleichfarbigem Marmorboden und pilasterartigen Wandvorlagen noch teilweise die historische Ausstattung, zu der sicher auch die Puttenreliefs auf den Seitenwänden unterhalb der Decke zu zählen sind. Durch eine (erneuerte) Zwischentür betritt man das Treppenhaus, das von 3 runden Stuckmarmorsäulen getragen wird.

Die Holztreppe wird von einem aufwendigen Ballustergeländer begrenzt, dessen ionische Kapitelle einzeln gefertigt wurden. Der obere Endpfosten der Treppe wiederholt die Form der Balluster als Blumensäule mit kunstvollem Schnitzwerk. Bemerkenswert ist noch auf halber Treppe die in einer klassizistischen Nische stehende vergoldete Flora, ein Gipsabguß, der einer Imhoffschen Arbeit auf dem Falderhof in Sürth ähnelt.

Die rückwärtigen Gebäude des ursprünglich als Dependance einer Leipziger Kammergarnspinnerei errichteten Hauses stammen aus der Nachkriegszeit, sowie auch der Fassadenputz des hinteren Gebäudes.

Das Haus Machabäerstr. 56 ist bedeutend für die Geschichte der Kölner Altstadt, und zwar für deren städtebauliche wie architektonische Erneuerung seit der Mitte des 19. Jh.s.

Wegen des kriegsbedingten Verlustes ähnlicher Gebäude besitzt es einen besonderen Zeugnischarakter zu. Hinzu kommt die hohe handwerkliche und künstlerische Qualität; diese hob das Baudenkmal immer schon über den durchschnittlichen Standard in der Kölner Altstadt weit hinaus und reiht es heute unter die wenigen in Köln noch erhaltenen spätklassizistischen Bauten in der Nachfolge Schinkels.

Quelle: Denkmalliste der Stadt Köln, Lizenz: Datenlizenz Deutschland – Zero 2.0